Die Talsperren des Ruhrverbands speichern nicht nur große Mengen Wasser, sondern durch die Höhe ihrer Staumauern und -dämme auch große Mengen Energie. Der Ruhrverband und seine Tochtergesellschaft Lister- und Lennekraftwerke (LLK) nutzen diese Energien mit Hilfe von Kraftwerken zur kostengünstigen und umweltfreundlichen Stromerzeugung.
Dass diese Mengen gespeicherter Energien allerdings auch immense Schäden verursachen oder gar Menschenleben kosten können, musste der Ruhrverband 1943 beim Bruch der Möhnetalsperre erleben. In der Flutwelle, die sich durch die nach einem Bombenangriff geborstene Mauer ergoss, kamen rund 1.500 Menschen ums Leben.
Damit sich ein solcher Vorfall nicht wiederholt, hat der Ruhrverband Vorkehrungen getroffen, die helfen, Anschläge auf Talsperren zu verhindern. Talsperren können aber nicht nur durch menschliche Einwirkungen brechen, sondern auch, wenn sie nicht fachgerecht geplant, gebaut und betrieben werden. Im März 2009 beispielsweise brach in Indonesien nach tagelangen Regenfällen der Damm eines Stausees. Eine mehr als zwei Meter hohe Flutwelle ergoss sich in ein benachbartes Wohngebiet und tötete mindestens 50 Menschen.
Zum Schutz vor solchen Katastrophen unterzieht der Ruhrverband seine Talsperren in Eigenverantwortung turnusmäßig umfangreichen Sicherheitsüberprüfungen. Auf der Grundlage der entsprechenden Gesetze und Normen werden etwa Bewegungen der Staumauern und Sickerwassermengen in den Staudämmen gemessen und durch regelmäßige visuelle Kontrollen abgerundet.
Diese Eigenüberwachung wird im Sinne des Vier-Augen-Prinzips durch die Talsperrenaufsicht der Bezirksregierung Arnsberg ergänzt. Hierzu erstellt der Ruhrverband für jede Talsperre jährlich einen sogenannten Sicherheitsbericht, in dem sämtliche Messungen und Beobachtungen eines Berichtsjahres dargestellt und bewertet werden und somit der sichere Zustand der Talsperren dokumentiert wird.
Auch die Rohrleitungen und Verschlüsse, mit deren Hilfe das in den Talsperren gespeicherte Wasser je nach Bedarf aufgestaut oder abgelassen wird, unterliegen besonderen Anforderungen, was Planung, Bau und Wartung betrifft. Mehr...
Dank dieser umfangreichen Sicherheitsvorkehrungen können die Menschen im Einzugsgebiet der Ruhr sicher sein, dass der Bruch einer Ruhrverbandstalsperre nach menschlichem Ermessen ausgeschlossen ist.