Europäische Wasserrahmenrichtlinie (EG-WRRL)

Die Richtlinie 2000/60/EG des Europäischen Parlaments und des Rates, allgemein als Europäische Wasserrahmenrichtlinie (EG-WRRL) bekannt, ist am 22. Dezember 2000 in Kraft getreten. Sie trägt in starkem Maße den Gedanken des Flussgebietsmanagements in sich und verfolgt als Kernziel den Schutz der aquatischen Ökosysteme im Hinblick auf eine nachhaltige Entwicklung der Umwelt. Im Gegensatz zur bisherigen Betrachtung der Gewässer, die bislang eher nutzungs- und maßnahmenbezogen sowie sektoral ausgerichtet war, steht mit der EG-WRRL nun eine übergreifende, integrale Betrachtung der Systeme Grundwasser und Oberflächengewässer (Fließgewässer, stehende Gewässer, Übergangsgewässer und Küstengewässer) im Mittelpunkt. In Ergänzung zu den Inhalten der EG-WRRL sind in der Zwischenzeit zwei weitere Richtlinien der Europäischen Union verabschiedet worden, die sich zwei Aspekten widmen, die in der Wasserrahmenrichtlinie nur am Rande angesprochen sind. Dies betrifft zum einen die Befassung mit Hochwasserereignissen, die nun in der Hochwasserrisikomanagementrichtlinie (HWRM-RL) geregelt ist, zum anderen die eingehende Betrachtung des Zustands der Meeresumwelt, mit der sich die Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie beschäftigt.

Mit dieser übergreifenden Betrachtung des gesamten Gewässersystems verbunden ist konsequenterweise auch die Ausdehnung der bislang eher administrativ ausgerichteten und zumeist ortsbezogenen Aktionsradien auf das gesamte Flussgebiet. Deutschlandweit wurden im Hinblick auf die EG-WRRL zehn überregionale, zumeist staatenübergreifende Flussgebietseinheiten abgegrenzt, die ihrerseits zwecks einfacherer Handhabung in regionale Arbeitsgebiete untergliedert sind. In Nordrhein-Westfalen stellt das Gewässersystem der Ruhr ein derartiges Arbeitsgebiet dar.

Die zur Umsetzung der EG-WRRL notwendigen Schritte und Aktivitäten, die in den Zuständigkeitsbereich der staatlichen Umweltverwaltung fallen, werden von allen wasserwirtschaftlichen Akteuren mit stetigem Interesse verfolgt. Eine fachliche Diskussion aktueller Aspekte und Themenstellungen erfolgt vor allem im Rahmen von zwei mittlerweile etablierten, jährlich stattfindenden Veranstaltungen der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V. (DWA): Workshop Flussgebietsmanagement und Erfurter Gespräche.