Kanalnetze

Kanalnetze dienen der schnellen, vollkommenen und schadfreien Ableitung der häuslichen und gewerblichen Abwässer (Schmutzwasser) sowie des Regenwassers. Gut funktionierende Kanalisationen bilden eine Grundvoraussetzung für einwandfreie Hygiene, einen guten Lebensstandard, einen notwendigen Gewässerschutz sowie eine gesunde wirtschaftliche Entwicklung. Die Kanalnetze im Einzugsgebiet der Ruhr sind in der Regel im Eigentum der Städte und Gemeinden und werden durch sie unterhalten und betrieben.

Die Abwässer werden entweder im Mischverfahren oder im Trennverfahren zur Kläranlage abgeleitet. Im Mischverfahren wird das Schmutzwasser gemeinsam mit dem Regenwasser in einem Kanal abgeleitet. Regenwasserbehandlungsanlagen dienen in diesem Typ dem Schutz der Kläranlage vor Spitzenabflüssen. Im Trennsystem wird das Abwasser in zwei getrennten Kanälen abgeleitet. Das Schmutzwasser wird in einem separaten Schmutzwasserkanal der Kläranlage zugeführt, während das unverschmutzte Regenwasser in einem parallel verlegten Regenwasserkanal direkt in ein Gewässer eingeleitet wird.

In der Regel endet die städtische Kanalisation in einer Kläranlage, die sich im Stadt- oder Gemeindegebiet befindet. Es kommt aber auch vor, dass das Abwasser vor allem kleinerer Ortslagen durch Transportsammler in weiter entfernt liegende Kläranlagen übergeleitet wird. Diese Transportsammler liegen im Zuständigkeitsbereich des Ruhrverbands. Der Ruhrverband betreibt daher Abwasserkanäle und Druckrohrleitungen als Verbindungsleitungen mit einer Gesamtlänge von 317 km.

Zusätzlich zum Schmutz- und Regenwasser ist ein gewisser Anteil an unverschmutztem, nicht behandlungsbedürftigem Wasser (Fremdwasser) unvermeidbar. Es besteht überwiegend aus Grundwasser, welches über Undichtigkeiten und fehlangeschlossene Dränagen in den Kanälen zum Abfluss gelangt.