Gewässerstruktur im Ruhreinzugsgebiet

Neben der gütemäßigen Beschaffenheit des in seinem Bett fließenden Wassers hat auch der hydromorphologische Zustand des Gewässers einen nicht unbedeutenden Einfluss auf die Zusammensetzung von Flora und Fauna. Sohle, Ufer und Umfeld eines Gewässers sind Lebensraum von Tieren und Pflanzen und bestimmen über die Art ihrer Ausprägung deren Vielfalt und Menge. Zur Bewertung dieser verschiedenen Strukturelemente eines Gewässers hat die Länderarbeitsgemeinschaft Wasser ein Verfahren entwickelt, bei dem im Rahmen von Gewässerbegehungen in definierten Längenabschnitten Informationen über die Laufentwicklung, das Längs- und Querprofil, die Beschaffenheit der Sohle sowie die Gestaltung und Nutzung von Ufer und Gewässerumfeld erhoben werden. Dieses Verfahren ist in den LUA-Merkblättern Nr. 14 und Nr. 26 beschrieben.

Nach dieser Strukturerhebung werden Gewässerstrukturen, ähnlich wie die Gewässergüte, in sieben Klassen unterschieden. Diese reichen von unverändertem Zustand (Klasse 1) bis zu einer vollständig veränderten Gewässerstruktur (Klasse 7). Die Ergebnisdarstellung erfolgt in der Regel in Form von fünf gewässerparallelen Bändern, die die jeweils vorgefundenen Verhältnisse für die Sohle sowie das jeweilige rechte und linke Ufer und Gewässerumfeld wiedergeben. Bei einer großmaßstäblichen, zusammenfassenden Darstellung ist auch eine Aggregation der einzelnen Teilinformationen auf ein Ergebnisband üblich.

Im Ruhreinzugsgebiet sind bislang fast 96 Prozent der 1.850 Gewässerkilometer, die laut Europäischer Wasserrahmenrichtlinie

Für diese Gewässer ergibt sich (in der auf ein Band aggregierten Darstellungsform) folgende prozentuale Verteilung der sieben Strukturklassen:Die Ruhr selbst weist folgendes Verteilungsmuster auf:

 

Auf einer Karte des Einzugsgebiets stellen sich die Gewässerstrukturen der Fließgewässer folgendermaßen dar (Quelle: MUNLV; Ergebnisbericht Ruhr, 2005):

Wie die Grafiken belegen, weisen die Gewässer im Ruhreinzugsgebiet gegenüber den natürlichen strukturellen Bedingungen überwiegend veränderte Verhältnisse auf. Welche Auswirkungen diese morphologischen Defizite auf den ökologischen Zustand des Gewässers haben, kann jedoch nur eine tiefergehende Analyse unter Berücksichtigung bestehender Abhängigkeiten und Randbedingungen ergeben.