Der Klimawandel und die Ruhrverbandstalsperren

Reicht die Kapazität der Ruhrtalsperren aus, um die Menschen im Ruhrgebiet und Sauerland auch in Zukunft mit Wasser zu versorgen? Vor dem Hintergrund möglicher Klimaveränderungen hat der Ruhrverband diese Frage in einer Klimafolgenanalyse klären lassen. Das Ergebnis: Statt bisher 99,8 Prozent wird die rechnerische Versorgungssicherheit im ungünstigsten Fall künftig 99,5 Prozent betragen. Das bedeutet, dass statistisch in 199 von 200 Jahren genügend Wasser aus den Talsperren für die regionale Wasserversorgung bereitgestellt werden kann.

Das vom Ruhrverband beauftragte Forschungsinstitut stützte sich bei seiner Analyse auf zwei regionale Klimamodelle, die bis zum Jahr 2100 einen Temperaturanstieg von etwa drei Grad prognostizieren. Der innerhalb eines Jahres fallende Niederschlag wird danach in etwa gleich bleiben, jedoch werden die Trockenperioden im Sommer extremer und der Niederschlag im Winter stärker. Über das Ausmaß dieser Verlagerung treffen die beiden Klimamodelle aber noch unterschiedliche Aussagen.

Die Analyse zeigt erste Trends für die Auswirkungen des Klimawandels auf die Versorgungssicherheit durch die Ruhrverbandstalsperren auf. Da aber in Zukunft weitere Verbesserungen bei der Erstellung regionaler Klimamodelle zu erwarten sind, wird der Ruhrverband auch diese neuen Erkenntnisse in die Berechnungen für sein Talsperrensystem einfließen lassen. Bereits heute sucht der Ruhrverband nach Optimierungsstrategien für die Bewirtschaftung seiner Talsperren, um möglichen Auswirkungen des Klimawandels rechtzeitig zu begegnen. In diesem Zusammenhang hat der Ruhrverband in einem vom nordrhein-westfälischen Umweltministerium geförderten Untersuchungsvorhaben die Hochwasserschutzwirkung der Talsperren unter sich ändernden Klimabedingungen ermitteln lassen.