Die Auswirkungen von Einleitungen aus Kläranlagen auf ein Gewässer beschreibt die Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V. (DWA) jährlich in einem bundesweiten Leistungsvergleich aller Kläranlagen.
In gleicher Art und Weise stellt auch der Ruhrverband im jährlich erscheinenden Ruhrgütebericht die Belastung der Ruhr dar, die im Ergebnis als „sehr gering“ bezeichnet werden kann. Von den 72 Verbandskläranlagen wurden 70 Anlagen für die Betrachtungen herangezogen, da zwei Kläranlagen wegen ihrer geringen Größe bzw. der Mitbehandlung von kommunalem Abwasser auf einer industriellen Anlage ausgeschlossen wurden.
Für den Leistungsvergleich werden die wöchentlichen Untersuchungen der Kläranlagenabläufe verwendet und die Jahresmittelwerte von fünf Kenngrößen für jede Kläranlage gebildet. Anhand der Ergebnisse für die sauerstoffzehrenden organischen Abwasserinhaltsstoffe (gemessen als Summenparameter BSB5 und CSB) und Ammoniumstickstoff erfolgt eine fünfstufige Einordnung in Bezug auf den Sauerstoffbedarf (Sauerstoffbedarfsstufe, siehe Bild) und aus den Werten für die eutrophierend wirkenden Abwasserinhaltsstoffe Phosphor und Gesamtstickstoff ebenfalls eine fünfstufige Skala für die Nährstoffbelastung (Nährstoffbelastungsstufe, siehe Bild). Dabei stellen die Stufen 1 und 2 eine "sehr geringe" bis "geringe" Restverschmutzung dar, welche die gesetzlichen Mindestanforderungen sogar übertreffen. Für die Zusammenfassung der Einzelergebnisse wird eine Wichtung über die Einwohnerzahl anhand der Ausbaugröße der Kläranlage vorgenommen.
Beim Sauerstoffbedarf halten 65 Anlagen mit 99,6 Prozent der Gesamteinwohnerwerte die Grenzwerte der Stufen 1 und 2 ein. Einwohnerwertgewichtet wird von den Anlagen des Ruhrverbands die Sauerstoffbedarfsstufe 1,1 erreicht. In den Nährstoffbelastungsstufen können 58 Anlagen mit 98 Prozent der Einwohnerwerte als „sehr gering“ bis „gering“ verschmutzt eingestuft werden. Alle Anlagen in den Stufen 3 und 4 weisen eine Ausbaugröße unter 10.000 Einwohnerwerten auf, für die keine Anforderungen bzgl. Nährstoffelimination bestehen. Im Jahresmittel erreichen die Anlagen des Ruhrverbands bei der Nährstoffbelastung die Stufe 1,2.