Ruhrverband schafft naturnahe Auenlandschaft am Deilbach

Auenstandorte gehören zu den artenreichsten Lebensräumen der Natur, sind aber gerade in Deutschland in dieser Form nahezu verschwunden. Daher ist der Ruhrverband nun bestrebt, ein rund sieben Hektar großes und bislang als Intensiv-Mähwiese genutztes Areal im Städtedreieck von Velbert, Hattingen und Essen zu einem naturnahen Auenstandort umzugestalten. Ziel ist es, einen artenreichen, mit dem Deilbach eng vernetzten und sich dynamisch entwickelnden Lebensraum zu schaffen. Dies soll die Anlage einer Flutrinne gewährleisten, in die der Deilbach schon bei einem kleineren Hochwasser ausufern kann. Durch zwei Stillgewässer erhalten etwa Amphibien und Libellen einen neuen Lebensraum. Die teilweise noch vorhandene Uferbefestigung des Deilbachs wird entfernt und die ufernahen Bereiche werden als Auwald entwickelt.

Die Bereiche, die nicht zu Gewässer oder Auwald werden, sollen zu einer Nass- und Feuchtwiese entwickelt werden. Denn auch dieses artenreiche Grünland ist infolge der heute üblichen intensiven Landwirtschaft überall selten geworden – mit der Folge, dass die Bestände vieler Wiesenvögel und Insekten rapide zurückgegangen sind. Damit sie am Deilbach wieder eine Heimat finden, soll das Grünland nur behutsam genutzt werden: Auf Pflanzenschutzmittel und Düngung wird daher verzichtet und gemäht wird erst ab Mitte Juni.

Die Abstimmung dieser Maßnahme mit den zu beteiligenden Bezirksregierungen, Kreis- und Stadtverwaltungen, Forstämtern und Wasserverbänden ist inzwischen abgeschlossen und die behördliche Zustimmung zu deren Umsetzung als so genannte Unterhaltungsmaßnahme ist erteilt. Die hierfür notwendigen Arbeiten sollen im Herbst 2020 beginnen. Nach Fertigstellung wird die neue Auenlandschaft am Deilbach von der Radwegverbindung zwischen Essen und Velbert aus für die Bevölkerung erlebbar sein.