Abfallbilanz 2018

Abfallbilanz 2018 gemäß § 5 Abs. 8 LAbfG

1. Einleitung

Die Abfallbilanz beinhaltet Art, Menge und Verbleib der angefallenen und entsorgten Abfälle einschließlich deren Verwertung. Sie muss jährlich für das vorangegangene Jahr erstellt und in geeigneter Weise der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Sie ist auf Verlangen den zuständigen Abfallwirtschaftsbehörden vorzulegen. Soweit Abfälle nicht verwertet werden, ist dieses zu begründen.

Der Ruhrverband ist gemäß § 5 Abs. 8 LAbfG der für die Entsorgung der bei der Abwasserreinigung anfallenden Klärschlämme und sonstigen festen Stoffe zuständige öffentlich-rechtliche Entsorgungsträger.

Entsprechend § 21 des Kreislaufwirtschaftsgesetzes in Verbindung mit dem Abfallgesetz für das Land Nordrhein-Westfalen (§ 5c LAbfG) sind die öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger zur Erstellung und zur Veröffentlichung von Abfallbilanzen verpflichtet. Diese wird hiermit für das Jahr 2018 vorgelegt.

In den Verbandsanlagen (Kläranlagen, Entwässerungsanlagen, Niederschlagswasser-behandlungsanlagen, Pumpwerke, Stauseen und Talsperren) fallen folgende, vom Ruhrverband zu entsorgende Abfallarten an:

 

AbfallartAbfallschlüssel
Klärschlamm19 08 05
Rechengut19 08 01
Sandfanggut19 08 02
Wasserpflanzen Treib- und Mähgut02 01 03
Treibgut19 09 01
Flusssedimente17 05 06
Kanalspülgut19 08 01, 19 08 02, 20 03 06

 

 

Die Angaben über Art, Menge und Verbleib der angefallenen und entsorgten Abfälle sind in der zusammenfassenden Abbildung "Abfallbilanz 2018" dargestellt (Anlage 1).

Der Hauptanteil der regelmäßig zu entsorgenden Reststoffe fällt bei der Reinigung der den Ruhrverbandskläranlagen zugeleiteten Abwässer von Kommunen und Industrie an. Dazu zählt insbesondere Klärschlamm.

Der überwiegende Teil des Klärschlamms wird durch Faulung stabilisiert. Dabei entsteht Faulgas. Dieses wird unter den jeweiligen anlagenspezifischen Randbedingungen verwertet.

2. Einwohnerwerte

Die Berechnungen der spezifischen Massen für Rohschlamm, stabilisierter Klärschlamm, Sandfang- und Rechengut basieren auf dem Einwohnerwert EWCSB120 von 2.267.121 des Jahres 2018

 

 

 

 

 

 

 

In 2018 ist ein geringfügiger Rückgang der Einwohnerzahl (E) und der Einwohnergleichwerte (EGW) eingetreten. Die Gesamtabnahme der Einwohnerwerte beträgt seit 2008 271.756 EW. Dies entspricht einer mittleren Abnahme von 27.176 EW pro Jahr bzw. 1,07 % pro Jahr.

 

3  Kläranlagenspezifische Abfälle
3.1  Klärschlamm (19 08 05)
3.11  Übersicht Neuschlammanfall

Neuschlamm im Sinne dieser Abfallbilanz umfasst Klärschlamm aus laufendem Betrieb sowie aus regelmäßig betriebenen Schlammplätzen. Tabelle 1 gibt eine Übersicht über die Neuschlammmengen, geordnet nach den Bereichen Rohschlamm, nach Stabilisierung und Entwässerung.

  • Rohschlamm beinhaltet neben dem RV-eigenen Schlammanfall auch:
    • externe kommunale Rohklärschlämme
    • Co-Substrate
    • Fäkalschlämme und Chemietoiletteninhalte
    • Wasserwerksschlämme
    • Deponieschlämme
    • Kohlenstoffquellen und
    • Alkalische Beizlösungen

Nur Co-Substrate werden wegen ihrer besonderen abfallwirtschaftlichen Bedeutung für den Ruhrverband in der Tabelle 1 gesondert aufgeführt.

Die Ermittlung der Rohschlammmengen anhand der auf den Kläranlagen durchgeführten Messungen liefert oft nur wenig plausible Ergebnisse. Besser geeignet erscheint eine Hochrechnung über die bei der Stabilisierung angefallene Faulgasmenge. Jedoch ist auch hierbei zu bedenken, dass durch die unvermeidbaren Messfehler insbesondere bei der Bestimmung der Faulgasvolumenströme und der unterschiedlichen Zusammensetzung der Klärschlämme lediglich eine näherungsweise Bestimmung der Rohschlammmenge möglich ist.

Bei der Bestimmung der Rohschlammmenge wurde mit einer spezifischen Umsetzungsrate von organischer Trockenmasse in Faulgas von 1,071*10-3 toTM/m³N gerechnet.

Insgesamt fielen im Jahr 2018 auf den RV-Kläranlagen 64.984 tTM Rohschlamm an. Einwohnerspezifisch entspricht dies einer Menge von 28,66 kgTM/EW*a (2017: 27,00 kgTM/EW*a).

In der Anlage 3 sind die internen Entsorgungswege der Klärschlämme aus laufendem Betrieb für das Jahr 2018 detailliert für alle Kläranlagen dargestellt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

3.1.2 Schlammabgabe an Fremd-Kläranlagen

 

487 tTM Rohschlamm der KA Hagen-Boele wurden zur Weiterbehandlung an eine nicht verbandseigene Kläranlage (KA der Papierfabrik Stora Enso Kabel GmbH & Co. KG in Hagen) abgegeben. Die Entsorgung dieses Klärschlammes erfolgt gemeinsam mit dem Klärschlamm aus dem Werksabwasser und teilt sich in verschiedene Entsorgungswege auf:

- Mitverbrennung

    • RWE Power AG im Kraftwerk Weisweiler

- Verwertung

    • Wienerberger GmbH, Buldern (Ziegelherstellung).

 

 

3.1.3 Faulgas

 

Ein großer Teil der organischen Inhaltsstoffe aus dem Rohschlamm wird in Faulgas umgewandelt. 2018 entstanden 25,81 Mio. m³N Faulgas. Der Faulgasanfall der Jahre 2009 - 2018 ist in Abbildung 2 abgebildet (siehe auch Anlage 7).

 

 

 

 

 

 

3.1.4  Stabilisierter Schlamm

64.497 tTM Rohschlamm wurden anaerob oder aerob behandelt. Insgesamt standen 37.207 tTM stabilisierte Klärschlämme ohne Fremdschlamm zur Entsorgung an (16,41 kgTM/EW*a), davon 35.125 tTM anaerob und 2.082 tTM aerob stabilisiert. In der stabilisierten Klärschlammmenge sind 4.153 tTM Fällschlamm enthalten. Gegenüber 2017 ist der Klärschlammanfall leicht gesunken. Die insgesamt rückläufige Entwicklung der letzten Jahre ist in Abbildung 4 dargestellt.

 

 

 

 

 

 

3.1.5   Entsorgung Neu- und Altschlamm

Altschlamm beschreibt Klärschlamm, der in der Vergangenheit in Deponien und in Schlammplätzen, deren Betrieb durch keine regelmäßigen oder vollständigen Leerungen gekennzeichnet war (sog. Altschlammplätze), abgelagert worden ist.

Deponien sind abfallrechtlich zugelassene Abfallentsorgungsanlagen, in denen Abfälle zeitlich unbegrenzt oberirdisch abgelagert werden.

Altschlammplätze sind Klärschlammablagerungen, die nicht als Deponien nach Abfallrecht zugelassen sind.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sämtliche Klärschlämme wurden in 2018 verbrannt. Der größte Abnehmer ist die WFA Elverlingsen (WFA E), die 26.481 tTM (70 %) der RV-Klärschlämme in entwässerter Form entsorgt hat. Daneben gingen 2.499 tTM in die Verbrennung über die Betriebsführung Trocknungsanlage Emscherbrennstoffe GmbH (BETREM), RWE Generation SE im Müllheizkraftwerk Essen-Karnap, Kraftwerk Kassel und die EGK GmbH & Co. KG in Krefeld. An die SVA Buchenhofen (SVA B) wurden 8.610 tTM abgegeben

 

 

 

 

 

 

 

 

Insgesamt wurden 36.521 tTM Neuschlamm (33.939 tTM aus dem laufenden Betrieb sowie 2.582 tTM aus regelmäßig betriebenen Schlammplätzen und Schönungsteichen) und 1.069 tTM Altschlamm in Verbrennungsanlagen entsorgt. In der Anlage 4 sind die externen Entsorgungswege der Klärschlämme für das Jahr 2018 detailliert für die RV-Kläranlagen aufgezeigt. Die bisherige Mengenentwicklung und die Prognose der zukünftigen Klärschlammmengen bis 2035 befinden sich in der Anlage 8.

Die Feststoffgehalte der Neuschlämme aus laufendem Betrieb liegen im gewichteten Mittel bei 25,9 %.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Feststoffgehalte der Schlammplatz- und Schönungsteichmaßnahmen liegen im gewichteten Mittel für das Jahr 2018 bei 27,39 %.

 

Insgesamt wurden 1.162 tTM Neuschlamm in Schlammplätzen zur Entwässerung zwischengelagert und 236 tTM aus Vorjahren, die in Schlammplätzen zwischengelagert waren, endgültig entsorgt. Der Bestand in den Schlammplätzen hat sich damit in 2018 um 926 tTM vermehrt. Die Bilanzsumme seit 2003 beträgt 4.189 tTM.

 

 

 

 

 

 

 

 

Seit 2003 wurden 808.365 t Altschlämme aus einer Vielzahl von Altschlammplätzen und Deponien geräumt und entsorgt. Seit Juni 2005 wird der entsorgte Altschlamm ausschließlich verbrannt.

 

 

In 2018 wurden 25.760 t aus dem Altschlammplatz Galp entnommen und entwässert, davon wurden nach der Entwässerung 709 t (205 tTM) zur WFA E und 2.970 t (864 tTM) zur SVA B verbracht.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Mengenreduktion zwischen Entnahme und Verbrennung resultiert aus der Entwässerung.

 

 

 

 

3.2  Sandfanggut (19 08 02)

Insgesamt fielen auf den Kläranlagen des Ruhrverbands 2.801 t Sandfanggut (SFG) an. Gemäß des ATV Arbeitsberichtes 1 ergibt sich bei einem mittleren TR-Gehalt von 56% eine Trockenmasse von 1.568 tTM. Einwohnerspezifisch entspricht dies einer Menge von 1,24 kg/EW*a bzw. 0,69 kgTM/EW*a. Die Verwertungsquote lag bei 100 %, davon wurden 1 % thermisch verwertet.

 

 

 

 

 

Die in der Abbildung 8 dargestellte Mengenentwicklung zeigt einen deutlichen Rückgang der Sandfanggutmengen seit 2009. Einen wesentlichen Beitrag zu dieser Entwicklung leistet der vermehrte Einsatz von Sandwäschern. In der Anlage 5 sind die externen Entsorgungswege des Sandfanggutes für das Jahr 2018 detailliert für die RV-Kläranlagen aufgezeigt.

 

 

 

 

 

 

 

 

3.3  Rechengut (19 08 01)

Insgesamt fielen auf den Kläranlagen des Ruhrverbands 4.767 t Rechengut (RG) an. Gemäß des ATV Arbeitsberichtes1 ergibt sich bei einem mittleren TR-Gehalt von 35,8 % eine Trockenmasse von 1.707 tTM. Einwohnerspezifisch entspricht dies einer Menge von 2,10 kg/EW*a bzw. 0,75 kgTM/EW*a. Die Entsorgung erfolgte 2018 ausschließlich thermisch. Zwischen 2009 und 2010 ist ein deutlicher Rückgang der Rechengutmengen zu erkennen. Seit 2013 sind die Mengen relativ konstant geblieben. In der Anlage 6 sind die externen Entsorgungswege des Rechengutes für das Jahr 2018 detailliert für die RV-Kläranlagen aufgezeigt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

3.4  Summe der kläranlagenspezifischen Abfälle

Mit 141.726 Tonnen entwässertem Klärschlamm (Neuschlamm), 4.767 Tonnen Rechen- und 2.801 Tonnen Sandfanggut machten die Rückstände aus der Abwasserreinigung 2018 erneut den überwiegenden Teil der Abfälle beim Ruhrverband aus. Seit 2011 ist nur noch ein geringer Rückgang um rund 0,65 % pro Jahr zu beobachten.

 

 

 

 

 

 

 

4.  Flusssedimente (7 05 06)

In 2018 sind keine Sedimente angefallen.

 

5.  Mäh- und Treibgut (02 0 03)

Wasserpflanzen fallen sowohl als Mähgut als auch als Treibgut, dass an Wehren und Rechenanlagen entnommen wird, an. Der Anfall ist stark schwankend. Darüber hinaus gibt es Treibgut, das nicht durch überwiegenden Wasserpflanzenanteil geprägt ist. Bei diesem Treibgut dominieren holzige Bestandteile, die insbesondere bei Hochwasserereignissen in die Gewässer gelangen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

6  Abfälle aus dem Kanalbetrieb

Seit dem Jahr 2008 führt der Ruhrverband den Kanalbetrieb der Stadt Meschede durch, seit 2011 den Kanalbetrieb der Stadt Schmallenberg und seit 2017 den Kanalbetrieb Eslohe. Der Ruhrverband ist damit auch bilanzierungspflichtig für die dort anfallenden Abfälle.