Makrophyten stellen eine der vier in der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie als Indikatoren für den angestrebten guten ökologischen Zustand genannten biologischen Qualitätskomponenten dar. Aufgrund angezeigter bestehender Defizite hinsichtlich dieser Qualitätskomponente erscheint es zweckmäßig, diese durch eine gezielte Einsetzung von Makrophyten mit dem Ziel einer Initiierung der Pflanzenentwicklung (Impfung), zur Schaffung von Aufwuchshabitaten für faunistische Elemente und damit zur späteren Indikation eines guten Gewässer-zustands zu beheben. Diesem Ansatz kommt insbesondere in strukturell stark veränderten Gewässerabschnitten Bedeutung zu, da hier dem kompensatorischen Ansatz über die Strahlwirkung wahrscheinlich deutlich der Vorzug gegenüber morphologischen Veränderungen zu geben ist.
Im Rahmen von orientierenden Feldversuchen hat der Ruhrverband in den Jahren 2007 bis 2009 untersucht, inwieweit die gezielte Ansiedlung von Makrophyten zur ökologischen Zustandsverbesserung von Fließgewässern beitragen kann. Hierzu wurden im Bereich Hattingen-Welper mehrere Ranunculus fluitans Pflanzen vor und hinter den dort befindlichen Buhnen in die Ruhr, die hier dem Leitbild des Ranunculus-Typs der Flüsse des Mittelgebirges mit Großlaichkräutern entspricht, eingebracht. Diese durchgeführten Voruntersuchungen zur Makrophytenausbringung in Fließgewässer belegen vom Ergebnis her deren prinzipielle Eignung als Lebensraum für heimische Pflanzenarten.