Die Rose, ein Nebenbach der Brachtpe im Kreis Olpe, ist auf ihrem etwa acht Kilometer langen Fließweg überwiegend anthropogen überformt und in einem eher naturfernen Zustand. Dies trifft auch auf den Abschnitt im Bereich des Geländes der ehemaligen Kläranlage Drolshagen zu. Mit deren Aufgabe und Rückbau bestand die Möglichkeit, der Rose einen wieder mehr natürlichen Gewässerverlauf zu geben. Hierfür wurde das ehemalige Kläranlagengrundstück mit den Schönungsteichen genutzt und der jetzige Verlauf der Rose in diesen Bereich hinein verlagert. In diese Maßnahme ist ebenfalls der unterhalb der Schönungsteiche verlaufende Nebenbach einbezogen.
Die Umgestaltung des Baches Rose orientierte sich an dem historischen Gewässerverlauf, der dem Bau der ehemaligen Schönungsteiche weichen musste. In Abstimmung mit den Wasserbehörden wurde ein dreifach abgestuftes Gewässerprofil erstellt. Dieses besteht zunächst aus einer Mittelwasserrinne, die den zweifachen Mittelwasserabfluss aufnehmen kann und eine ausreichende Durchgängigkeit auch bei niedrigen Abflüssen gewährleistet. Daran schließen sich ein Überflutungsbereich bis HQ5, in dem eigendynamische Entwicklungsprozesse ermöglicht werden, und ein Überflutungsbereich über HQ5 an, in dem das Gewässer bei höheren Abflüssen ausufern kann. Zusätzlich ist in diesem Bereich ein Auengewässer entstanden, welches insbesondere als Lebensraum für Amphibien, Libellen und Wasservögel dient. Der nördlich des Kläranlagengeländes verlaufende kleine Bach wurde in die neue Gewässerlandschaft integriert.
Als Ausgleich der Bodenmassenbilanz im Gestaltungsbereich diente Material einer bestehenden Aufschüttung, die mit in der Aue standortfremden Fichten bepflanzt war. Abgesehen von der Einsaat der Gewässerböschungen sowie der Pflanzung vereinzelter Gehölzgruppen standortgerechter Arten wurden die terrestrischen und amphibischen Bereiche der Gewässerlandschaft nicht bepflanzt, sondern der freien Sukzession überlassen.