Die Vorgabe der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (EG-WRRL) zu einem flussgebietsbezogenen wasserwirtschaftlichen Handeln ist seit teilweise bereits mehr als 100 Jahren im Aktionsradius der in Nordrhein-Westfalen existierenden sondergesetzlichen Wasserverbände verwirklicht. Um die Erkenntnisse und Erfahrungen dieses praktisch durchgeführten Flussgebietmanagements in den Umsetzungsprozess der EG-WRRL einzubringen und den Dialog der Fachleute zu fördern, hatte der Ruhrverband bereits vor der offiziellen Inkraftsetzung der Richtlinie einen gegenseitigen Meinungs- und Informationsaustausch initiiert. Der Workshop Flussgebietsmanagement widmet sich seit dem Jahr 2000 in Form einer Gemeinschaftsveranstaltung der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V. (DWA), des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches e. V. (DVGW), der European Water Association (EWA) und des nordrhein-westfälischen Landesverbandes der Ingenieure für Wasserwirtschaft, Abfallwirtschaft und Kulturbau (BWK) in Kooperation mit dem Institut zur Förderung der Wassergüte- und Wassermengenwirtschaft e. V. (IFWW) aktuellen wasserwirtschaftlichen Themen und wird in seiner inhaltlichen Ausrichtung durch den Ruhrverband mitgestaltet. Integraler Bestandteil des Workshops ist eine Befragung der jeweiligen Teilnehmer zu ihrer Einschätzung des Umsetzungsprozesses der EG-WRRL, die stets eine gute Resonanz gefunden hat.
Ende 2012 wird die Hälfte des ersten Bewirtschaftungszyklus der europäischen Wasserrahmenrichtlinie vorüber sein. Neben einer Einschätzung des bisher Geleisteten hatte die Veranstaltung daher vor allem zum Inhalt, sich nochmals die Zielsetzungen der Richtlinie vor dem Hintergrund der gegebenen Rahmenbedingungen realistisch zu vergegenwärtigen und über die daraus resultierenden Anforderungen für den zweiten Bewirtschaftungszyklus zu diskutieren. Einen Themenschwerpunkt bildete dabei die Qualitätskomponente Fischfauna mit der Darlegung aktueller Erkenntnisstände zu einem möglichst auskömmlichen Miteinander menschlicher Nutzungsansprüche und erforderlicher Habitatbedingungen für Fische. Den Schlusspunkt des diesjährigen Workshops setzte die Vermittlung vorhandener Erfahrungen und Erkenntnisse umgesetzter Maßnahmen, die in positiver Form als Motor für zukünftig noch notwendige Schritte wirken können.
Zum Programm des Workshops und den einzelnen Beiträgen
Seit dem Jahr 2000 findet in jährlicher Abfolge in Essen der Workshop Flussgebietsmanagement statt. Parallel zu den Workshopvorträgen wird im Rahmen dieser Veranstaltung auch ein Fragebogen zur Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) verteilt und ausgewertet, um jeweils ein Meinungs- und Bewertungsbild aus diesem Expertenkreis zu erhalten. Über zehn Jahre waren die Inhalte dieses Fragebogens fast unverändert geblieben. Da zwischenzeitig die im Umsetzungsprozess der Wasserrahmenrichtlinie relevanten und aktuellen Themen jedoch stetigen Veränderung unterzogen waren, hatten die Veranstalter für den diesjährigen Workshop einige neue Fragen zusammengestellt. Dabei standen diesmal einzelne Verfahrensschritte und Problempunkte bei der Maßnahmenrealisierung sowie Einschätzungen zum Synergie- oder Konfliktpotenzial verschiedener Handlungsfelder im Fokus.
Download der Befragungsfolien (60 KB) (PDF)
Download Befragungsauswertung (1 MB) (PDF)
Mehr als ein Jahr hat sich die Wasserwirtschaft bereits mit den ersten Bewirtschaftungsplänen und Maßnahmenprogrammen gemäß den Vorgaben der europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) gearbeitet. Erste Erfahrungen und Erkenntnisse über das Beschreiten des Weges zum guten Gewässerzustand und dessen konkrete Ausgestaltung waren daher Inhalt dieser Veranstaltung. Dabei ging es um verschiedene Sichtweisen, Ansprüche und Erwartungen im Zusammenhang mit der Planung und Umsetzung von Maßnahmen, aber auch um die Frage, wie die ökologischen Ziele durch ökonomische Instrumente unterstützt und wie Maßnahmen letztlich finanziert werden können. Erste Betrachtungsansätze und Ergebnisanalysen zu dem Aspekt, wie denn die Zielereichung tatsächlich nachzuweisen ist, rundeten den diesjährigen Workshop ab.
Die ersten, nach den Vorgaben der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie erstellten Bewirtschaftungspläne und Maßnahmenprogramme bilden seit ihrer Inkraftsetzung die Grundlage Basis der Gewässerbewirtschaftung. Trotz ihrer umfassenden Inhalte bleiben einige Fragestellungen offen, welche die Akteure der Wasserwirtschaft beschäftigen. Hierzu versuchte die Veranstaltung Antworten zu geben oder Lösungsansätze zu bieten. Intensiv diskutiert wurde über Aspekte wie das Wechselspiel zwischen hydromorphologischen Randbedingungen und der Erreichung des ökologisch guten Zustands oder die ausreichende Verfügbarkeit von Flächen zur Gewässerentwicklung bzw. Geldmitteln zur Finanzierung von Maßnahmen. Dabei kamen alle an der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie Beteiligten zu Wort. Es bleibt daher auch in Zukunft spannend, den weiteren Fortgang des Umsetzungsprozesses zu begleiten.
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10. Workshop 2009 "Der Bewirtschaftungsplan - Grundlage für gezieltes wasserwirtschaftliches Handeln"
Im ersten Halbjahr 2009 waren die Entwürfe von Bewirtschaftungsplan und Maßnahmenprogramm öffentlich zugänglich und konnten eingesehen und bewertet werden. Diese Beteiligungsphase bereitete die Veranstaltung in mehreren Beiträgen auf, um sich dann der Frage zu widmen, welche Erkenntnisse und Rückschlüsse aus der bisherigen Monitoringtätigkeit zu ziehen sind. Breiten Raum nahmen auch die noch notwendige Konkretisierung der weiteren Umsetzungsschritte und die Befassung mit den ökonomischen Instrumenten der Wasserrahmenrichtlinie ein. Somit behandelte der zehnte Workshop, der anlässlich des Jubiläums mit einem Festvortrag von Dr. Helmut Blöch von der Europäischen Kommission startete, erneut ein weites Themenfeld aktuell relevanter Aspekte der Wasserwirtschaft.
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9. Workshop 2008 zur Konkretisierung des Bewirtschaftungsplans
Der Dezember des Jahres 2008 markiert einen ganz besonderen Meilenstein in der Umsetzungsphase der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (EG-WRRL). Am 21. Dezember 2008 veröffentlichten die Umweltministerien der Bundesländer die jeweiligen Entwürfe von Bewirtschaftungsplan und Maßnahmenprogramm und stellten diese für ein halbes Jahr der Öffentlichkeit zur Diskussion. Vor diesem Hintergrund wurden in der Veranstaltung 2008 die Inhalte der EG-WRRL nochmals hinterfragt, ihr bisheriger Umsetzungsprozess kritisch beleuchtet und ihre heutige Bedeutung im Zusammenspiel mit anderen wasserwirtschaftlichen Herausforderungen erörtert. Zudem lag ein Augenmerk auf dem Aspekt, inwieweit die Richtlinie als Impulsgeber für eine veränderte Sichtweise auf Wasser und Gewässer bereits jetzt Eingang in die praktische wasserwirtschaftliche Arbeit gefunden hat.
Thematisch bot der Workshop einen Einblick in die verschiedenen Facetten (Zieldefinition, Ausnahmeregelungen, Finanzierung, Rechtsfragen) der Bewirtschaftungsplanung auf nationaler und internationaler Ebene. Zudem widmete er sich der wirksamen und effizienten Maßnahmenidentifikation und beleuchtete das mögliche Synergiepotenzial eines Gewässerschutzes gemäß den Vorgaben der EG-WRRL mit anderen Handlungsfeldern im und am Gewässer. Die einzelnen Workshopbeiträge können Sie hier nachlesen.