Die Sicherheit seiner Talsperren ist dem Ruhrverband ein wesentliches Anliegen. Der ständige Wissens-Austausch mit anderen Talsperrenfachleuten aus ganz Deutschland ist hierzu von großer Bedeutung. Aus diesem Grund veranstaltet der Ruhrverband zusammen mit dem Sensorikzentrum Mittelsachsen, der Landestalsperrenverwaltung des Freistaates Sachsen und dem Deutschen TalsperrenKomitee regelmäßig eine Fachtagung zur „Messtechnischen Überwachung von Stauanlagen“, den „Mittweidaer Talsperrentag“.
Ruhrverband seit 2000 als Mitveranstalter
Der erste Mittweidaer Talsperrentag fand am 6. Mai 1997 mit 37 TeilnehmerInnen statt. Seit 2000 wird die Tagung alle zwei Jahre veranstaltet, die Teilnehmerzahlen haben die Schwelle von 100 ZuhörerInnen längst überschritten. ReferentInnen und ZuhörerInnen kommen aus ganz Deutschland, auch aus Österreich und der Schweiz, um ihre Erfahrungen als Eigentümer von Talsperren auszutauschen, Forschungsergebnisse von Universitäten zu erfahren oder neue Produkte der namhaften Hersteller von Messtechnik kennen zu lernen.
VIII. Mittweidaer Talsperrentag am 25. und 26. April 2012
Der diesjährige Zeitpunkt liegt gut ein Jahr nach der Fukushima-Katastrophe und dem Tōhoku-Erdbeben vom 11. März 2011, bei dem der 18,5 m hohe Damm der Fujinuma-Talsperre in Japan brach. Über 400 weitere Talsperren in Japan aber überstanden das Erdbeben unbeschadet. In Europa ist nicht nur Fachleuten der Bruch der Talsperre Niedów an der Witka in Polen am 7. August 2010 noch in Erinnerung. Der Erddamm des Stausees brach, nachdem ein katastrophales Hochwasser die Leistungsfähigkeit der Entlastungsanlagen überschritt und den Dammkörper überströmte. Zu den Umständen, die zur Verschärfung dieser Katastrophe führten, gehörte der Mangel an Daten und die ungenügende Weitergabe von Informationen.
Talsperrensicherheit beruht jedoch wesentlich auf der schnellen Verfügbarkeit der relevanten Informationen und der effektiven Weiterverarbeitung. Daher widmet sich der Mittweidaer Talsperrentag insbesondere in diesem Jahr diesen Themen. Das Spektrum der Vorträge reicht von der modernen Umsetzung bewährter Verfahren bis zu den innovativen Verfahren der Faseroptik, der Geodäsie und des Scannens. Einen zusätzlichen Schwerpunkt bilden drei Vorträge zur Datenerfassung und –auswertung.
Einer dieser Vorträge stellt die Erfahrungen des Ruhrverbands mit seiner Messdatenverarbeitung dar. Durch den Einsatz modernster Informationstechnologie und leistungsfähiger Datenbanken können die Staumauern und Staudämme des Ruhrverbands in Echtzeit überwacht werden.
Seine Erfahrungen stellt der Ruhrverband zusammen mit seiner Tochter, der Ruhr-Wasserwirtschafts GmbH (RWG) auf einem Gemeinschaftsstand aus. Die RWG bietet ihre Dienstleistungen anderen Talsperreneigentümern an. Verschiedenste Aufträge an Talsperren in Nordrhein-Westfalen, über Niedersachsen bis nach Algerien wurden bereits erfolgreich abgewickelt.
Weitere Informationen zur Tagung finden Sie unter www.talsperrentag.de