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Pressemitteilung

09.03.2015 | Neuartiges Fischliftsystem als Tor zum Baldeneysee

Expertengruppe gibt grünes Licht für die kosteneffiziente und innovative Lösung

Als Leitfischart nahmen auch die Barben in den Modellversuchen das neuartige Fischliftsystem als Aufstiegshilfe an. Foto: Dr. Bernd Stemmer

Die Europäische Wasserrahmenrichtlinie fordert als eine Voraussetzung für einen guten Gewässerzustand die Durchgängigkeit von Gewässersystemen für Fische. Der Ruhrverband als Eigentümer des Baldeneysees hat bereits frühzeitig nach einer passenden und finanziell darstellbaren Fischaufstiegsmöglichkeit gesucht. Das nunmehr eigens für den Baldeneysee entwickelte Fischliftsystem wird aus zwei alternierend betriebenen Zylinderkörpern und einer im Unterwasser angeordneten Vorkammer bestehen. Baulich soll dieses System im Bereich eines ehemaligen Rückpumpwerks zwischen Wasserkraftanlage und Bootsschleuse angeordnet werden.

Da es sich um eine innovative Sonderlösung handelt, musste die Funktionalität des neuartigen Fischliftsystems nach Vorgabe des Umweltministeriums in Düsseldorf umfangreich getestet und belegt werden. Getestet wurde – nach vorangegangenen hydraulischen Simulationsberechnungen und Versuchen an Modellen – insbesondere das Verhalten von Ruhrfischen in einem situativ ähnlichen Modell im Maßstab 1:1. Ergänzt und verifiziert wurden die Ergebnisse durch Freilandversuche zum Fischverhalten vor den Turbinenausläufen am Kraftwerk Baldeney. Die nun vorliegenden Ergebnisse bestätigen eindeutig die hervorragende Eignung des Fischliftsystems zur Herstellung der Fischdurchgängigkeit am Baldeneysee.

Nachdem nun die Eignung des Systems von der Expertengruppe anerkannt worden ist, stehen als nächste Schritte die bauliche Detailplanung, die Genehmigung durch die Bezirksregierung, die Mittelfreigabe durch die Gremien des Ruhrverbands und des Landes NRW als Fördermittelgeber, die Ausschreibung und die Vergabe der Bauaufträge an. Mit einem Baubeginn ist frühestens im Jahr 2016 zu rechnen.

Der Baldeneysee im Süden der Stadt Essen ist der mit Abstand größte der insgesamt fünf Ruhrstauseen des Ruhrverbands. Die in den 1930er Jahren errichtete Stauanlage, die rund neun Meter Gefälle erzeugt, sowie das nach dem Zweiten Weltkrieg gebaute Wehr am Kettwiger Stausee stellen zwei der letzten Wanderhindernisse im Unterlauf der Ruhr dar.

Wegen der beengten Lage an beiden Stauwehren mitten im städtischen Siedlungs- und Freizeitraum wären herkömmliche Aufstiegsbauwerke wie technische Fischpässe und Umgehungsgewässer nicht nur kostenintensiv, sondern auch bautechnisch schwer umsetzbar. Aus fischbiologischer Sicht ist zudem die relativ große Stauhöhe am Baldeneysee ein Hindernis für herkömmliche Lösungen. Ein Kreis aus Fachleuten für Wasserbau und Fischökologie, Behördenvertretern sowie Beschäftigten des Kraftwerksbetreibers RWE und des Ruhrverbands erarbeitete daher gemeinsam das Konzept, bei dem das neuartige Fischliftsystem die Durchgängigkeit wieder herstellen soll.

Nach erfolgreicher Umsetzung am Wehr Baldeney wäre das Fischliftsystem auch für den Kettwiger Stausee eine geeignete, wirtschaftliche Lösung zur Herstellung der Fischdurchgängigkeit. Allerdings nicht nur dort, auch deutschlandweit interessieren sich die Betreiber großer Wehranlagen für die Essener Innovation, die ihnen hohe Investitionskosten für Fischaufstiegsanlagen ersparen könnte.

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Funktionsweise Fischlift

Ansprechpartner

Markus Rüdel
Pressesprecher

Tel.: 0201/178-1160

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