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Erdbebenstation in der Ennepestaumauer alarmiert bei weltweiten Beben

Erdbeben im Sauerland? Über dieses Thema hat sich vermutlich noch niemand Gedanken gemacht. Aber der Ruhrverband als Eigentümer der großen sauerländischen Talsperren will schon wissen, ob hier Gefahren schlummern. Daher betreibt der Ruhrverband gemeinsam mit dem Geologischen Dienst des Landes Nordrhein-Westfalen zwei Erdbebenstationen an der Sorpe- und an der Ennepetalsperre.

Nach über zehn Jahren Betrieb wurden die Stationen erneuert und am 21. August 2012 in Betrieb genommen. Seitdem sind sie auch in das neue Erdbebenalarmsystem NRW (EAS NRW) des Geologischen Dienstes Nordrhein-Westfalen eingebunden. Das EAS analysiert automatisch alle aktuellen Messungen und stellt im Falle eines Schadenbebens innerhalb weniger Minuten Informationen zur Verfügung, die beispielsweise Katastrophenschutzbehörden oder auch Talsperrenbetreiber wie der Ruhrverband zur Abschätzung notwendiger Maßnahmen nutzen können.

Errechnete Beschleunigungswerte bei Beben, die statistisch alle 2.500 Jahre einmal auftreten.

Im Sauerland selbst sind zwar keine direkten Erdbeben zu erwarten. Allerdings konnte man die Auswirkungen des Roermond-Erdbebens (am 13. April 1992 mit der Stärke 5,9) und des Erdbebens von Goch (8. September 2011 mit der Stärke 4,1) noch weit über das Ruhrgebiet hinaus spüren.

Diese Erdbeben werden, wie auch alle Starkbeben weltweit, von den beiden Erdbebenstationen des Ruhrverbands registriert. Aus den Beobachtungen können Rückschlüsse gewonnen werden, ob ein besonders starkes Erdbeben in der Niederrheinischen Bucht noch Schäden an den Talsperren des Ruhrverbands hervorrufen kann.

Beispiel Ennepetalsperre: Die Ennepestaumauer wurde von 1902 bis 1904 gebaut und in den Jahren 1909 bis 1912 auf 51 Meter erhöht, wodurch sie eine elegante, schlanke Form erhielt. Diese schlanke Bauweise wäre jedoch anfällig, wenn sehr große Erdbebenbeschleunigungen auf sie wirken würden. Daher hat der Ruhrverband die Erdbebensicherheit der Staumauer untersuchen lassen und der Geologische Dienst berechnet, welche maximalen Beschleunigungen von einem Erdbeben am Niederrhein bis zur Ennepestaumauer gelangen könnten.

Die Ennepestaumauer vor der Erhöhung 1914.
Die Ennepestaumauer nach der Erhöhung 1914. Die gelbe Linie markiert die ursprüngliche Höhe.

Die Untersuchungen zeigen, dass die Ennepestaumauer selbst für Beben, wie sie statistisch einmal in 2.500 Jahren auftreten, ausreichende Reserven besitzt. Aus Sicherheitsgründen kontrolliert der Ruhrverband die Standfestigkeit aber auch schon nach mittleren Beben. Dank des neuen Erdbebenalarmsystem EAS kann die Talsperrenbereitschaft des Ruhrverbands im Falle eines Erdbebens nun noch rascher informiert werden und zeitnah Sicherheitskontrollen veranlassen.

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Downloads

Präsentation zur Einweihung der Erdbebenstation als PDF (2,3 MB)

Pressemitteilung zur Einweihung als PDF (32 KB)

Der Abdruck der folgenden Grafiken und Fotos ist im Rahmen der redaktionellen Berichterstattung kostenfrei gestattet (bei Angabe des jeweiligen Quellenvermerks).
Belegexemplar erbeten.

Erdbebenstationen des Geo-
logischen Dienstes NRW
(216 KB)
Foto: Geologischer Dienst NRW

Erdbeben in Nordrhein-Westfalen (1,1 MB)
Foto: Geologischer Dienst NRW

Erdbebenstation an der Ennepe-
talsperre
(1,3 MB)
Foto: J. Schardinel, Geologischer Dienst NRW

Historische Aufnahme der Ennepestaumauer vor der Erhöhung (292 KB)
Foto: Ruhrverband

Historische Aufnahme der Ennepestaumauer nach der Erhöhung (420 KB)
Foto: Ruhrverband

 

 

 

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