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Historie

Möhnetal Historie

Zwischen 1908 und 1913 entstand am Rand des Arnsberger Walds die Möhnetalsperre, die bei ihrer Fertigstellung mit einem Stauinhalt von 130 Millionen Kubikmetern die größte Stauanlage Europas war. Der Bau der Möhnetalsperre, das erste Großprojekt des damals noch jungen Ruhrtalsperrenvereins (RTV), der 1990 mit dem Ruhrverband vereinigt wurde, kostete die für damalige Verhältnisse ungeheure Summe von 25 Millionen Mark. Die von Franz Brantzky entworfene Sperrmauer mit ihren markanten Torbögen steht heute unter Denkmalschutz.

Die Möhnetalsperre wurde im Zweiten Weltkrieg durch einen britischen Bombenangriff zerstört. Bei dem Angriff in der Nacht vom 16. auf den 17. Mai 1943 kamen sogenannte Rotationsbomben zum Einsatz, die nach dem Prinzip eines hüpfenden Kieselsteins über die Fangnetze hinweg in Richtung Staumauer springen und dort in etwa zehn Metern Tiefe detonieren sollten. Von den über der Möhnetalsperre abgeworfenen Bomben erreichte eine ihr Ziel. In der Staumauer entstand durch die Sprengwirkung der Bombe zunächst ein kleiner Riss, der sich durch den Druck der ausströmenden Wassermassen schnell erweiterte und zuletzt eine 77 Meter breite trapezförmige Lücke in der Mauermitte ergab.

Möhnetal historie

Die Talsperre war zum Zeitpunkt des Angriffs voll gefüllt. Binnen weniger Stunden ergossen sich mehr als 100 Millionen Kubikmeter Wasser bis weit ins Ruhrtal hinein. In der Flutwelle, durch welche in weniger als 9 Stunden über 100 Mill. m3 Wasser herausströmte, kamen mindestens 1.500 Menschen kamen ums Leben. Die meisten in einem Kriegsgefangenen- bzw. Arbeitslager fünf Kilometer unterhalb der Sperrmauer. Ein Mahnmal am früheren Kloster Himmelpforten, das völlig zerstört wurde, erinnert heute an die Toten in diesem Lager. Auch in Neheim, das heute zu Arnsberg gehört und von der Hochwasserwelle schwer getroffen wurde, erinnert ein Mahnmal im Stadtzentrum an die Opfer der Katastrophe. 

Der Wiederaufbau der Staumauer durch die Organisation Todt, ein nach militärischen Prinzipien organisierter NS-Bautrupp, begann wenige Tage nach dem Angriff. Dabei kam auch eine große Zahl von Kriegsgefangenen und Zwangsarbeitern zum Einsatz. Die Mauer wurde nach der Reparatur im September 1943 wieder eingestaut. Mit dem Wiederaufbau der ebenfalls beschädigten Grundablässe begann der Ruhrtalsperrenverein allerdings erst 1950. Anschließend wurde als Ersatz für das bei dem Angriff völlig zerstörte Hauptkraftwerk ein neues Werk am Auslauf des früheren Umleitungsstollens für Möhne und Heve errichtet. Das alte Nebenkraftwerk wurde abgetragen und - zusammen mit einem deutlich vergrößerten Ausgleichsweiher - ebenfalls durch ein neues Kraftwerk ersetzt, das 400 Meter westlich der alten Position errichtet wurde.

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