Flussgebietsmanagement beim Ruhrverband

Der Begriff des Flussgebietsmanagements, abgeleitet aus der englischen Bezeichnung "river basin management", steht für eine an natürlichen Einzugsgebietsgrenzen ausgerichtete Wasserwirtschaft. Er umfasst somit einen Handlungsrahmen, der sich an den naturräumlichen Zusammenhängen des Wasserkreislaufs orientiert und deren Wirkungen in das menschliche Handeln integriert.

Wichtige Voraussetzung für ein wirkungsvolles Flussgebietsmanagement ist die Zusammenarbeit aller Akteure der Wasserwirtschaft, die ihre Interessen und ihr Wissen bündeln und in Form eines kooperativen Dialogs in notwendige Aktivitäten münden lassen. Dieses Vorgehen soll die auf Flussgebietsebene bestehenden Synergien nutzen und erforderliche Maßnahmen auf ein aus fachlicher und rechtlicher Sicht zulässiges Minimum an Aufwand beschränken.

Die Bewirtschaftung eines ganzen Flussgebietes durch eine einzige Institution erleichtert diese Aufgabe, da:
1. Wirkmechanismen wasserwirtschaftlichen Handelns innerhalb des räumlichen Zuständigkeitsbereichs ebenso direkt offensichtlich werden wie sich wiederholende Problemstellungen und
2. bei der Problemlösung gewonnene Erfahrungen mehrfach angewandt werden können.

Für das Einzugsgebiet der Ruhr nimmt bereits seit mehr als 100 Jahren der Ruhrverband diese Funktion wahr. Zentraler Ansprechpartner für alle Fragestellungen rund um das Flussgebietsmanagement und speziell die Europäische Wasserrahmenrichtlinie ist die Abteilung Flussgebietsmanagement. Sie hat zudem die Aufgabe, die elementaren Grundzüge und Anforderungen der Richtlinie in die aktuelle Arbeit des Ruhrverbands zu integrieren. Dies umfasst die kritische Begleitung des Umsetzungsprozesses ebenso wie die Bewertung des Gewässerzustands auf Basis der biologischen Qualitätskenngrößen und die Identifizierung erforderlicher Maßnahmen nach Wirksamkeits- und Kosteneffizienzkriterien.