Deutsch 
 English 
  • Standard
  • Standard +2
  • Standard +4
Seite drucken
 

Energie braucht Ideen

Rohre Halde Langenbrahm

Die steigenden Energiepreise und der erforderliche sparsame Umgang mit natürlichen Ressourcen rückt auch für die Betreiber von Kläranlagen das Thema Energieeffizienz immer stärker in den Vordergrund. Erhöhter Kostendruck und die angestrebte CO2-Reduktion erfordern eine Verringerung des Energieeinsatzes auf den Kläranlagen, eine Optimierung des Stromeinkaufs und die Steigerung der Energiegewinnung aus dem „nachwachsenden Rohstoff“ Abwasser.

Bei der Reinigung des Abwassers werden pro angeschlossenem Einwohner etwa 35 kWh Strom pro Jahr benötigt. Damit entfallen etwa 2 bis 3 Prozent des mittleren Stromverbrauchs eines Einwohners in Höhe von etwa 1.500 kWh pro Jahr auf die Reinigung seiner Abwässer.

Anlage Ölbachtal

Das anfallende Abwasser verursacht aber nicht nur Stromkosten, sondern lässt sich auch als Energiequelle nutzen. So wird der durch den Zuwachs der Organismen entstandene Klärschlamm in Faulbehältern durch anaerobe Mikroorganismen teilweise in methanhaltiges Faulgas überführt, das zur Stromerzeugung z. B. in Blockheizkraftwerken eingesetzt wird. Die Co-Vergärung, also die zusätzliche Annahme von Fetten, Küchen- und Speiseabfällen zur Steigerung der Gaserzeugung in den Faulbehältern, reduziert den Stromeinkauf noch weiter, sodass auf diesen Kläranlagen ein großer Teil des benötigten Strom selbst erzeugt wird.

Auch das thermische Energiepotenzial von Abwasser kann mittels Wärmepumpe zu Heizzwecken auf Kläranlagen eingesetzt werden. Das Wärmeangebot des Abwassers ist sogar so groß, dass auch in der Nähe liegende große Wärmeabnehmer (z. B. Schwimmbad, Schulgebäude etc.) versorgt werden könnten. Im Ablauf der Klärlagen können bei ausreichender Absturzhöhe Wasserräder zur Stromerzeugung eingesetzt werden.

Neben der Erhöhung der Eigenenergieerzeugung und -verwertung aus Abwasser ist für einen nachhaltig agierenden Abwasserverband insbesondere die Reduktion des Energieeinsatzes eine wichtige Aufgabenstellung zur Reduzierung von Kosten und CO2-Emissionen.

DWA TSM Zertifizierung Logo
Ruhrverband | Kronprinzenstraße 37 | 45128 Essen | Telefon 0201 178-0 | E-Mail info@ruhrverband.de