Abfallbilanz 2014

Abfallbilanz 2011 gemäß § 5c LabfG

1 Einleitung

Die Abfallbilanz beinhaltet Art, Menge und Verbleib der angefallenen und entsorgten Abfälle einschließlich deren Verwertung. Sie muss jährlich für das vorangegangene Jahr erstellt und in geeigneter Weise der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Sie ist auf Verlangen den zuständigen Abfallwirtschaftsbehörden vorzulegen. Soweit Abfälle nicht verwertet werden, ist dieses zu begründen.

Der Ruhrverband ist gemäß § 5 Abs. 8 LAbfG der für die Entsorgung der bei der Abwasserreinigung anfallenden Klärschlämme und sonstigen festen Stoffe zuständige öffentlich-rechtliche Entsorgungsträger.

Entsprechend § 21 des Kreislaufwirtschaftsgesetzes in Verbindung mit dem Abfallgesetz für das Land Nordrhein-Westfalen (§ 5c LAbfG) sind die öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger zur Erstellung und zur Veröffentlichung von Abfallbilanzen verpflichtet. Diese wird hiermit für das Jahr 2014 vorgelegt.
In den Verbandsanlagen (Kläranlagen, Entwässerungsanlagen, Niederschlagswasser-behandlungsanlagen, Pumpwerke, Stauseen und Talsperren) fallen folgende, vom Ruhrverband zu entsorgende Abfallarten an:

 

AbfallartAbfallschlüssel
Klärschlamm19 08 05
Rechengut19 08 01
Sandfanggut19 08 02
Elodea Treib- und Mähgut02 01 03
Treibgut19 09 01
Flusssedimente19 13 02
Kanalspülgut19 08 01

 

Die Angaben über Art, Menge und Verbleib der angefallenen und entsorgten Abfälle sind in der beiliegenden Abbildung "Abfallbilanz 2014" dargestellt (Anlage 1).

Der Hauptanteil der zu entsorgenden Reststoffe fällt bei der Reinigung der den Ruhrverbandskläranlagen zugeleiteten Abwässer von Kommunen und Industrie an. Dazu zählt insbesondere Klärschlamm.

Der überwiegende Teil des Klärschlamms wird durch Faulung stabilisiert. Das dabei entstehende Faulgas wird in großen Teilen für Betriebszwecke, insbesondere das Aufwärmen des Rohschlamms für den Faulprozess, aber auch für die Heizung der Betriebsgebäude und zur Erzeugung elektrischer Energie bzw. von Druckluft für die Belebungsbecken eingesetzt.

2. Umrechnungsfaktoren


Für die vorliegende Bilanz wurde die Feuchtmasse Sandfanggut jeweils mit dem Mittelwert TR = 56 % in Trockenmasse umgerechnet (vgl. ATV-Arbeitsgruppe 3.11.21).

Die Berechnungen der spezifischen Massen für Rohschlamm, Sandfang- und Rechengut basieren auf dem Einwohnerwert EWCSB120 von 2.301.803 des Jahres 2014.

Die Gesamtabnahme der Einwohnerwerte beträgt seit 2005 268.068 EW. Dies entspricht einer mittleren Abnahme von 29.785 EW pro Jahr bzw. 1,16 % pro Jahr.

3. Klärschlamm (19 08 05)

3.1 Übersicht Neuschlammanfall

Neuschlamm im Sinne dieser Abfallbilanz umfasst Klärschlamm aus laufendem Betrieb sowie aus regelmäßig betriebenen Schlammplätzen. Tabelle 2 gibt eine Übersicht über die Neuschlammengen, geordnet nach den Bereichen Rohschlamm, Stabilisierung und Entwässerung.

Insgesamt fielen im Jahr 2014 auf den RV-Kläranlagen 66.368 tTR Rohschlamm an. Einwohnerspezifisch entspricht dies einer Menge von 28,83 kgTR/EW*a (2013: 28,38 kgTR/EW*a).

3.2 Schlammabgabe an Fremd-Kläranlagen

596 tTR Rohschlamm der KA Hagen-Boele wurden zur Weiterbehandlung an eine nicht verbandseigene Kläranlage (KA der Papierfabrik Stora Enso Kabel GmbH & Co. KG in Hagen) abgegeben. Die Entsorgung dieses Klärschlammes erfolgt gemeinsam mit dem Klärschlamm aus dem Werksabwasser und teilt sich in drei Entsorgungswege auf:

- Mitverbrennung
•    zur RWE Power AG im Kraftwerk Weißweiler
•    zur RWE Power AG im Kraftwerk Frimmersdorf.
- Verwertung
•    zur Wienerberger GmbH, Buldern (Ziegelherstellung).

3.3 Stabilisierter Schlamm

64.210 tTR Rohschlamm wurden in RV-Faulbehältern behandelt. Insgesamt standen 38.014 tTR stabilisierte Klärschlämme zur Entsorgung an, davon 36.452 tTR anaerob, 1.562 tTR aerob stabilisiert. Die insgesamt rückläufige Entwicklung der letzten Jahre ist in Abbildung 2 dargestellt.

3.4 Entsorgung Neu- und Altschlamm

Altschlamm beschreibt Klärschlamm, der in der Vergangenheit in Deponien und in Schlammplätzen, deren Betrieb durch keine regelmäßigen oder vollständigen Leerungen gekennzeichnet war (sog. Altschlammplätze), abgelagert worden ist.
Deponien sind abfallrechtlich zugelassene Abfallentsorgungsanlagen, in denen Abfälle zeitlich unbegrenzt oberirdisch abgelagert werden.
Altschlammplätze sind Klärschlammablagerungen, die nicht als Deponien nach Abfallrecht zugelassen sind.

Sämtliche Klärschlämme wurden in 2014 verbrannt. Der größte Abnehmer ist die WFA Elverlingsen (WFA E), die 28.719 tTR (75 %) der RV-Klärschlämme in entwässerter Form entsorgt. Die restlichen entwässerten Klärschlammmengen wurden bis auf 3.360 tTR, die über die Firma Remondis Aqua GmbH & Co. KG verbrannt wurden, an die SVA Buchenhofen (SVA B) abgegeben (11.573 tTR).

Insgesamt wurden 37.729 tTR Neuschlamm (37.421 tTR aus dem laufenden Betrieb sowie 307 tTR aus regelmäßig betriebenen Schlammplätzen aus Vorjahren) und 3.513 tTR Altschlamm in Verbrennungsanlagen entsorgt. Die Feststoffgehalte der Neuschlämme aus laufendem Betrieb liegen bei knapp 25,5 % und damit rund 0,5 % Punkte unter dem Entwässerungsergebnissen der regelmäßig geleerten Schlammplätze.

Insgesamt wurden 810 tTR Neuschlamm in Schlammplätzen zur Entwässerung zwischengelagert und 307 tTR aus Vorjahren, die in Schlammplätzen zwischengelagert waren, endgültig entsorgt. Der Bestand in den Schlammplätzen hat sich damit in 2014 um 503 tTR vermehrt. Die Bilanzsumme seit 2003 beträgt 2.218 tTR.

Seit 2003 wurden 642.816 t Altschlämme aus einer Vielzahl von Altschlammplätzen und Deponien geräumt und entsorgt. Seit Juni 2005 wird der entsorgte Altschlamm ausschließlich verbrannt.
In 2014 wurden 31.023 t aus den Alt-Schlammplätzen Menden-Wälkesberg, Galp und Schwerte-Wandhofen entnommen, davon wurden aus dem Alt-Schlammplatz Menden-Wälkesberg 6.655 t (2.828 tTR) zur WFA E aus dem Alt-Schlammplatz Galp 2.510 t (685 tTR) zur SVA B verbracht. 3.767 t (2.411 tTR) aus Schwerte-Wandhofen wurden über Remondis Aqua im Wirbelschichtkraftwerk (WBF) Lünen und in der Restmüllverbrennungsanlage (RMVA) Köln verbrannt.

4. Sandfanggut (19 08 02)

Insgesamt fielen auf den Kläranlagen des Ruhrverbands 3.713 t (2.079 tTR) Sandfanggut (SFG) an. Einwohnerspezifisch entspricht dies einer Menge von 1,61 kg/EW*a bzw.0,9 kgTR/EW*a. Die Verwertungsquote lag bei 100 % davon wurden 19 % thermisch verwertet.

Entsorgtes Sandfanggut (SFG) im Jahr 2014

SFG (t)SFG (t TR)Anteil des SFG in % der
Feuchtmasse
mineralische Verwertung3.0101.68581
thermische Verwertung70339419
Summe
3.713
2.079
100

Die in der Abbildung 8 dargestellte Mengenentwicklung zeigt einen deutlichen Rückgang der Sandfanggutmengen zwischen 2003 und 2008. Einen wesentlichen Beitrag zu dieser Entwicklung leistet der vermehrte Einsatz von Sandwäschern. Seit 2008 liegt das Mengenniveau relativ konstant bei rund 3.500 t/a.

5. Rechengut (19 08 01)

Insgesamt fielen auf den Kläranlagen des Ruhrverbands 4.863 t (1.765 tTR) Rechengut (RG) an. Einwohnerspezifisch entspricht dies einer Menge von 2,11 kg/EW*a bzw. 0,77 kgTR/EW*a. Die Entsorgung erfolgte 2014 ausschließlich thermisch. Seit 2006 ist ein deutlicher Rückgang der Rechengutmengen zu erkennen.

6. Flusssedimente (19 13 02)

In 2014 sind keine Sedimente angefallen.


7. Elodea als Mäh- und Treibgut (02 01 03)

In 2014 fielen insgesamt 931 t (5.447 m³) Treibgut in Form von Elodea an (Biggetalsperre, Hengsteysee, Harkortsee und Stiftsmühle). 251 t (1.464 m³) Elodea fielen als Mähgut am Kemnader See an.

8. Sonstiges Treibgut

In 2014 ist sonstiges Treibgut in einer Menge von 15.946 m³ angefallen.

Angefallenes Treibgut
Anfallstellesonstiges Treibgut (m3)sonstiges Treibgut (t)Bemerkungen
Biggetalsperre3427verwogen
Hengsteysee7.0565.645entsorgt über RV- Kompostanlage Hagen
Harkortsee6.2404.992entsorgt über RV- Kompostanlage Hagen
Stiftsmühle2.6162.093entsorgt über RV- Kompostanlage Hagen
Summe
15.946
12.756

* Die angegebenen Mengen wurden mit Hilfe der Angaben der Seite www.statistik.bayern.de/erhebungen/00067.php umgerechnet.

 

 

9. Abfälle aus dem Kanalbetrieb

Seit dem Jahr 2008 betreut der Ruhrverband den Kanalbetrieb der Stadt Meschede und seit 2011 den Kanalbetrieb der Stadt Schmallenberg. Der Ruhrverband ist damit auch bilanzierungspflichtig für die dort anfallenden Abfälle.

Angefallene Abfälle aus dem Kanalbetrieb Meschede und Schmallenberg
JahrSpülgut Spülgut Straßen-kehrichtRäumgut/ BodenSedimentations-rückständeTeerhaltiges Bitumen-gemisch
MeschedeSchmallengergMeschedeMeschedeMeschedeMeschede
AVV19 08 0119 08 0120 03 0317 05 0419 08 0117 03 01
Einheit[t][t][t][t][t][t]
200841,1-72,0---
200933,9-72,028,025,2-
201016,7-72,0---
201168,0-72,0-25,77,0
201323,941,772,0---
201442,731,972,0-20,4-
201535,733,172,0-3,1-
Summe262,0106,8504,0
28,0
74,4
7,0