Abfallbilanz 2013

Abfallbilanz 2013 gemäß § 5c LabfG

1 Einleitung

Die Abfallbilanz beinhaltet Art, Menge und Verbleib der angefallenen und entsorgten Abfälle einschließlich deren Verwertung. Sie muss jährlich für das vorangegangene Jahr erstellt und in geeigneter Weise der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Sie ist auf Verlangen den zuständigen Abfallwirtschaftsbehörden vorzulegen. Soweit Abfälle nicht verwertet werden, ist dieses zu begründen.

Laut § 20 des Kreislaufwirtschaftsgesetzes und dem Abfallgesetz für das Land Nordrhein-Westfalen (§ 5c LAbfG) sind die öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger zur Erstellung von Abfallbilanzen verpflichtet.

Der Ruhrverband ist gemäß § 5 Abs. 8 LAbfG der für die Entsorgung der bei der Abwasserreinigung anfallenden Klärschlämme und sonstigen festen Stoffe zuständige öffentlich-rechtliche Entsorgungsträger und hat somit für diesen Bereich jedes Jahr eine Abfallbilanz zu erstellen. Diese wird hiermit für das Jahr 2013 vorgelegt.

In den Verbandsanlagen (Kläranlagen, Entwässerungsanlagen, Niederschlagswasser-behandlungsanlagen, Pumpwerke, Stauseen und Talsperren) fallen folgende, vom Ruhrverband zu entsorgende Abfallarten an:

AbfallartAbfallschlüssel
Klärschlamm19 08 05
Rechengut19 08 01

Sandfanggut

19 08 02
Elodea Treib- und Mähgut02 01 03

Treibgut

19 09 01
Flusssedimente19 13 02
Kanalspülgut19 08 01


Die Angaben über Art, Menge und Verbleib der angefallenen und entsorgten Abfälle sind in der beiliegenden Abbildung Abfallbilanz 2013 dargestellt (Anlage 1).

Der Hauptanteil der zu entsorgenden Reststoffe fällt bei der Reinigung der den Ruhrverbandskläranlagen zugeleiteten Abwässer von Kommunen und Industrie an. Dazu zählt insbesondere Klärschlamm.

Der überwiegende Teil des Klärschlamms wird durch Faulung stabilisiert. Das dabei entstehende Faulgas wird in großen Teilen für Betriebszwecke, insbesondere das Aufwärmen des Rohschlamms für den Faulprozess, aber auch für die Heizung der Betriebsgebäude und zur Erzeugung elektrischer Energie bzw. von Druckluft für die Belebungsbecken eingesetzt.

Damit wird der unter den jeweiligen anlagenspezifischen Randbedingungen wirtschaftlich nutzbare Energiegehalt der Klärschlämme verwertet.


2 Umrechnungsfaktoren

Für die vorliegende Bilanz wurde die Feuchtmasse Sandfanggut jeweils mit dem Mittelwert TR = 56 % in Trockenmasse umgerechnet (vgl. ATV-Arbeitsgruppe 3.11.2).

Die Berechnungen der spezifischen Massen für Rohschlamm, Sandfang- und Rechengut basieren auf dem Einwohnerwert EWCSB120 von 2.323.146 des Jahres 2013.

Tabelle 1:       

 Entwicklung der sich aus den Schmutzfrachten (Mittelwerten) rechnerisch ergebenden Einwohnerwertes

Jahr200620072008200920102011 20122013
EW2.536.0312.523.6602.538.8772.490.1622.456.5812.400.0622.358.8022.323.146

 

Die Gesamtabnahme der Einwohnerwerte beträgt seit 2005 246.725 EW. Dies entspricht einer mittleren Abnahme von 30.841 EW pro Jahr.

In den Vorjahren wurde die Belastung in EW über das 85-Perzentil der BSB5-Belastung errechnet. Ab diesem Jahr werden aus Gründen der Harmonisierung mit anderen Auswertungen und Erhebungen nur die gemessenen Belastungen aus dem mittleren CSB120 und die sich daraus ergebenden Einwohnerwerte genommen und rückwirkend dargestellt.

3 Klärschlamm (19 08 05)

3.1 Übersicht Neuschlammanfall

Neuschlamm im Sinne dieser Abfallbilanz umfasst Klärschlamm aus laufendem Betrieb sowie aus regelmäßig betriebenen Schlammplätzen. Tabelle 2 gibt eine Übersicht über die Neuschlammengen, geordnet nach den Bereichen Rohschlamm, Stabilisierung und Entwässerung.

Insgesamt fielen im Jahr 2013 auf den RV-Kläranlagen 65.938 tTR Rohschlamm an. Einwohnerspezifisch entspricht dies einer Menge von 28,38 kgTR/EW*a (2012: 26,99 kgTR/EW*a).

3.2 Schlammabgabe an Fremd-Kläranlagen

 

768 tTR Rohschlamm der KA Hagen-Boele wurden zur Weiterbehandlung an eine nicht verbandseigene Kläranlage (KA der Papierfabrik Stora Enso Kabel GmbH & Co. KG in Hagen) abgegeben. Die Entsorgung dieses Klärschlammes erfolgt gemeinsam mit dem Klärschlamm aus dem Werksabwasser und teilt sich in drei Entsorgungswege auf:

- Mitverbrennung

•    zur AVR in Duiven, Holland,

•    zur RWE Power AG im Kraftwerk Frimmersdorf,

•    zur Wienerberger GmbH, Buldern (Ziegelherstellung).

 

3.3    Stabilisierter Schlamm

63.482 tTR Rohschlamm wurden in RV-Faulbehältern behandelt. Insgesamt standen 39.006 tTR stabilisierte Klärschlämme zur Entsorgung an, davon 37.318 tTR anaerob, 1.688 tTR aerob stabilisiert. Die insgesamt rückläufige Entwicklung der letzten Jahre ist in Abbildung 2 dargestellt.

3.4    Entsorgung Neu- und Altschlamm


Altschlamm beschreibt Klärschlamm, der in der Vergangenheit in Deponien und in Schlammplätzen, deren Betrieb durch keine regelmäßigen oder vollständigen Leerungen gekennzeichnet war (sog. Altschlammplätze), abgelagert worden ist.
Deponien sind abfallrechtlich zugelassene Abfallentsorgungsanlagen, in denen Abfälle zeitlich unbegrenzt oberirdisch abgelagert werden.

Altschlammplätze sind Klärschlammablagerungen, die nicht als Deponien nach Abfallrecht zugelassen sind.

Sämtliche Klärschlämme wurden in 2013 in vier Entsorgungsanlagen verbrannt. Der größte Abnehmer ist die WFA Elverlingsen (WFA E), die 74 % der RV-Klärschlämme in entwässerter Form entsorgt. Die restlichen entwässerten Klärschlammmengen wurden bis auf 985 tTR, die über die Firma Remondis Aqua GmbH & Co. KG verschiedenen Verbrennungsanlagen und Kraftwerken zugeführt wurden, an die SVA Buchenhofen (SVA B) abgegeben (9.147 tTR)

Insgesamt wurden 39.016 tTR Neuschlamm (38.214 tTR aus dem laufenden Betrieb sowie 802 tTR aus regelmäßig betriebenen Schlammplätzen aus Vorjahren) und 5.819 tTR Altschlamm in Verbrennungsanlagen entsorgt. Die Feststoffgehalte der Neuschlämme aus laufendem Betrieb liegen bei knapp 26 % und damit rund 2 % Punkte unter dem Entwässerungsergebnissen der regelmäßig geleerten Schlammplätze.

Insgesamt wurden 988 tTR Neuschlamm in Schlammplätzen zur Entwässerung zwischengelagert und 802 tTR aus Vorjahren, die in Schlammplätzen zwischengelagert waren, endgültig entsorgt. Der Bestand in den Schlammplätzen hat sich damit in 2013 um 186 tTR vermehrt. Die Bilanzsumme seit 2003 beträgt 1.715 tTR.

In 2013 wurden 42.896 t aus den Alt-Schlammplätzen Menden-Wälkesberg und Galp entnommen, davon wurden aus dem Alt-Schlammplatz Menden-Wälkesberg 8.392 t (4.537 tTR) zur WFA E und aus dem Alt-Schlammplatz Galp 4.628 t (1.281 tTR) zur SVA B verbracht. Ab 2006 wurde der entsorgte Altschlamm ausschließlich verbrannt.

4 Sandfanggut (19 08 02)

 

Insgesamt fielen auf den Kläranlagen des Ruhrverbands 3.367 t (1.886 tTR) Sandfanggut (SFG) an. Einwohnerspezifisch entspricht dies einer Menge von 1,45 kg/EW*a bzw.0,81 kgTR/EW*a. Die Verwertungsquote lag bei 67 %, 33 % wurden in der Müllverbrennungsanlage Hagen beseitigt.

Tabelle 7:             Entsorgtes Sandfanggut (SFG) im Jahr 2013

SFG in
[t]
SFG in
[tTR]
Anteil des SFG in %
der Feuchtmasse

Verwertung/
Aufbereitung

2.2701.27167
Verbrennung1.09761533
Summe3.3671.886

100

Die in der Abbildung 8 dargestellte Mengenentwicklung zeigt einen deutlichen Rückgang der Sandfanggutmengen zwischen 2003 und 2008. Einen wesentlichen Beitrag zu dieser Entwicklung leistet der vermehrte Einsatz von Sandwäschern. Seit 2008 liegt das Mengenniveau relativ konstant bei rund 3.500 t/a.

5 Rechengut (19 08 01)

Insgesamt fielen auf den Kläranlagen des Ruhrverbands 4.665 t (1.708 tTR) Rechengut (RG) an. Einwohnerspezifisch entspricht dies einer Menge von 2,01 kg/EW*a bzw. 0,74 kgTR/EW*a. Die Entsorgung erfolgte 2013 ausschließlich thermisch. Seit 2009 ist ein deutlicher Rückgang der Rechengutmengen zu erkennen.

6 Flusssedimente (19 13 02)

In 2013 sind keine Sedimente angefallen.  

7 Elodea als Mäh- und Treibgut (02 01 03)

 

In 2013 fielen an der Biggetalsperre 5,1 t Treibgut in Form von Elodea an. In 2013 fiel Elodea nicht als Mähgut an.

8 Sonstiges Treibgut (19 09 01)

In 2013 ist sonstiges Treibgut mit einer Menge von 6.189m3 angefallen.

 

Tabelle 6: Angefallenes Treibgut

Anfallstellesonstiges Treibgut

Bemerkungen
[m³][t]
Baldeneysee11,3*9verwogen
Möhnetalsperre0,8*0,65verwogen
Biggetalsperre7,5*7,26verwogen
Verse-, Ennepe-,
Fürwiggetalsperre
1,51,2
Hengsteysee3.3122.650*entsorgt über
Kompostanlage
Hagen


Harkortsee1.200960*
Stiftsmühle1.6561.325*
Summe6.189,14.953

 

 * Die angegebenen Mengen wurden mit Hilfe der Angaben der Seite https://www.Statistik.bayern.de/erhebungen/00067.php umgerechnet.

 

9    Abfälle aus dem Kanalbetrieb

Seit dem Jahr 2008 betreut der Ruhrverband den Kanalbetrieb der Stadt Meschede und seit 2011 den Kanalbetrieb der Stadt Schmallenberg. Der Ruhrverband ist damit auch bilanzierungspflichtig für die dort anfallenden Abfälle.

Tabelle 7:     Angefallene Abfälle aus dem Kanalbetrieb Meschede

 

JahrSpülgutStraßen-
kehrschicht
Räumgut /
Boden
Sedimentations-
rückstände
Teerhaltiges
Bitumengemisch
Summen
AVV19 08 0120 03 0317 05 0419 08 0117 03 01
Einheit[t][t][t][t][t][t]
200841,172---113,1
200933,9722825,2-159,1
201016,772---88,7
201168,072-25,77,0172,7
201223,972---95,9
201342,772-20,4-135,1
Summe226,3432,02871,37,0763,5
  •  Stadt Schmallenber

Im Kanalbetrieb der Stadt Schmallenberg sind im Jahr 2013 31,91 t Spülgut (19 08 01) angefallen.