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Abfallbilanz 2007

Abfallbilanz 2007 gemäß § 5c LabfG

1 Einleitung
Die Abfallbilanz beinhaltet Art, Menge und Verbleib der angefallenen und entsorgten Abfälle einschließlich deren Verwertung. Sie muss jährlich für das vorangegangene Jahr erstellt und in geeigneter Weise der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Sie ist auf Verlangen den zuständigen Abfallwirtschaftsbehörden vorzulegen. Soweit Abfälle nicht verwertet werden, ist dieses zu begründen.

Laut § 20 des Kreislaufwirtschaftsgesetzes und dem Abfallgesetz für das Land Nordrhein-Westfalen (§ 5c LAbfG) sind die öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger zur Erstellung von Abfallbilanzen verpflichtet.

Der Ruhrverband ist gemäß § 5 Abs. 8 LAbfG der für die Entsorgung der bei der Abwasserreinigung anfallenden Klärschlämme und sonstigen festen Stoffe zuständige öffentlich-rechtliche Entsorgungsträger und hat somit für diesen Bereich jedes Jahr eine Abfallbilanz zu erstellen. Diese wird hiermit für das Jahr 2007 vorgelegt.

In den Verbandsanlagen (Kläranlagen, Entwässerungsanlagen, Niederschlagswasser-behandlungsanlagen, Pumpwerke und Stauseen) fallen folgende, vom Ruhrverband zu entsorgende Abfallarten an:

AbfallartAbfallschlüssel
Klärschlamm19 08 05
Rechengut19 08 01
Sandfanggut19 08 02
Treibgut, Mähgut19 09 01
Flusssedimente19 13 02

Die Angaben über Art, Menge und Verbleib der angefallenen und entsorgten Abfälle sind in der beiliegenden Abbildung Abfallbilanz 2007 (16 KB) dargestellt (Anlage 1).

Der Hauptanteil der zu entsorgenden Reststoffe fällt bei der Reinigung der den Ruhrverbandskläranlagen zugeleiteten Abwässer von Kommunen und Industrie an. Dazu zählt insbesondere Klärschlamm.

Der überwiegende Teil des Klärschlamms wird durch Faulung stabilisiert. Das dabei entstehende Faulgas wird in großen Teilen für Betriebszwecke, insbesondere das Aufwärmen des Rohschlamms für den Faulprozess, aber auch für die Heizung der Betriebsgebäude und zur Erzeugung elektrischer Energie bzw. von Druckluft für die Belebungsbecken eingesetzt. Damit wird der unter den jeweiligen anlagenspezifischen Randbedingungen wirtschaftlich nutzbare Energiegehalt der Klärschlämme verwertet.

2 Umrechnungsfaktoren

Die ATV-Arbeitsgruppe 3.11.2 nennt in ihrem Arbeitsbericht (siehe KA 11/96) mittlere Trockenrückstände (TR) für Rechen- und Sandfanggut. Demnach verfügt ungepresstes Rechengut über einen TR von 8 Prozent und entwässertes über einen TR von mindestens 25 Prozent, im Mittel 29 Prozent.

Die o. g. Werte gelten für "frisches" Rechengut. Vor der Entsorgung der Stoffe findet auf dem Förderband und im Rechengutcontainer noch eine "natürliche" Schwerkraftentwässerung statt. Daher wurde mit den betrieblichen Erfahrungswerten TR = 20 % für ungepresstes und TR = 40 % für gepresstes Rechengut gerechnet.

Für die vorliegende Bilanz wurde die Feuchtmasse Sandfanggut jeweils mit dem Mittelwert TR = 56 % in Trockenmasse umgerechnet (vgl. ATV-Arbeitsgruppe 3.11.2).

3 Klärschlamm (19 08 05)

3.1 Neuschlamm
Neuschlamm im Sinne dieser Abfallbilanz umfasst Schlamm aus laufendem Betrieb sowie aus regelmäßig betriebenen Schlammplätzen.

3.1.1 Rohschlamm
Insgesamt fielen im Jahre 2007 auf den Ruhrverbandskläranlagen 80.338 tTR Rohschlamm an. 623 tTR Rohschlamm wurden zur Weiterbehandlung an eine nicht verbandseigene Kläranlage abgegeben und 735 tTR Rohschlamm direkt zur Zwischenlagerung auf Schlammplätze verbracht.

Tabelle 1: Rohschlammmengen*) der Jahre 2003 bis 2007 (Angaben in tTR)

Regionalbereich20032004200520062007
Nord16.55815.79616.44416.07915.923
Süd10.81710.6599.78610.85511.911
Mitte19.43326.44219.72220.78221.712
West29.05931.79330.42132.27830.792
Summe75.86774.69076.37379.99480.338

*) einschließlich aerob stabilisierter Schlämme, Co-Substrate und Wasserwerksschlamm

3.1.2 Stabilisierter Schlamm
76.284 tTR Rohschlamm wurden in Faulbehältern behandelt. Ein großer Teil der organischen Inhaltsstoffe wurde dabei in Faulgas umgewandelt bzw. hydrolysiert. Die Feststoffabnahme durch anaerobe Stabilisierung betrug ca. 44 Prozent. Insgesamt standen 45.846 tTR anaerob und aerob stabilisierter Klärschlamm zur Entsorgung an. Die Entwicklung der letzten Jahre ist in Abbildung 1 dargestellt.

Tabelle 2: Stabilisierte Schlammmengen (Angaben in tTR)

Regionalbereichnach anaerober Stabilisierung*)nach aerober Stabilisierung**)Annahme von stabilisiertem FremdschlammSumme
Nord8.5171.373189.908
Süd5.0771.64806.725
Mitte10.100132010.232
West18.702279018.981

42.3963.4321845.846

*) einschließlich Schlamm aus Schönungsteichen

Abbildung 1: Klärschlammanfall nach Stabilisierung ohne Fremdschlamm

Mit Bezug auf die Einwohnerwerte EWBSB5 des Jahres 2007 (in Summe 2.071.883 EW) ergibt sich ein spezifischer Schlammanfall von 22,26 kg TR pro Einwohnerwert und Jahr (2006: 22,52 kg TR/EW/a).

3.1.3 Entsorgungswege des Klärschlammes (19 08 05)

3.1.3.1 Übersicht
Im Jahr 2007 fielen insgesamt 45.846 tTR stabilisierter Klärschlamm inkl. Fremdschlamm an. Zusätzlich wurden 1.413 tTR aus Schlammplätzen entnommen. Gleichzeitig wurden 2.025 tTR zur Entwässerung auf Schlammplätzen zwischengelagert und es wurden 623 tTR Rohschlamm an die Kläranlage der Papierfabrik Stora Enso Kabel GmbH & Co. KG abgegeben. Somit sind 45.857 tTR Neuschlamm endgültig entsorgt worden. Abbildung 2 zeigt die Entwicklung der Neuschlammentsorgung seit 1998. Die Verbrennung ist seit 2003 der dominante Entsorgungsweg. Seit dem 31.05.2005 findet keine Deponierung und seit dem Jahr 2007 auch keine landwirtschaftliche Wertung mehr statt, daher finden diese Entsorgungswege keine besondere Betrachtung mehr.

Abbildung 2: Entsorgungswege des Neuschlamms

3.1.3.2 Verbrennung
Insgesamt wurden 45.233 tTR Neuschlamm (43.820 tTR aus dem laufenden Betrieb sowie 1.413 tTR aus regelmäßig betriebenen Schlammplätzen) in Verbrennungsanlagen entsorgt.

Abbildung 3: Thermisch beseitigte Klärschlämme

Die Verbrennung von Neuschlamm hat seit 2001 in erheblichem Umfang zugenommen. Der Klärschlamm wurde 2007 in fünf Anlagen thermisch behandelt, wobei Lippewerk, EVONIK (STEAG) und RVG bzw. BAV Herne nur mit Trockengranulat aus Hattingen beliefert wurden. Der größte Abnehmer ist die WFA Elverlingsen, die 72 Prozent der RV-Klärschlämme in entwässerter Form entsorgt.


Tabelle 3: Verteilung des Klärschlamms auf verschiedene Verbrennungsanlagen in 2007 (Angaben in tTR)

RegionalbereichWFAESVAB SVABLippewerk EVONIK
Herne/Lünen
RVG bzw. BAV HerneSumme

   Entwässerter
   Klärschlamm
   
                          Trockengranulat
Nord9.560
     -           -                -   -9.560
Süd6.563
     -           -                -   -6.563
Mitte8.5891.637     -           -                -   -10.226
West8.0448.7221.061         26             655   37618.884
Summe32.75610.3591.061         26             655   3763.755

       43.115                         2.11845.233

3.1.3.3 Trocknung Hattingen
Insgesamt wurden 2.133 tTR Neuschlamm (2.118 tTR aus dem laufenden Betrieb sowie 15 tTR aus regelmäßig betriebenen Schlammplätzen) zur Trocknung in Hattingen angeliefert und anschließend verbrannt.

Abbildung 4: Annahme von Klärschlämmen in der Klärschlammtrocknung Hattingen

3.1.3.4 Zwischenlagerung in Schlammplätzen
Insgesamt wurden 2.025 tTR Neuschlamm in Schlammplätzen zur Entwässerung zwischengelagert und 1.143 tTR aus Vorjahren, die in Schlammplätzen zwischengelagert waren, endgültig entsorgt. Der Bestand in den Schlammplätzen hat sich damit 2007 um 612 tTR erhöht.

Tabelle 4: Zwischenlagerung von Neuschlamm auf Schlammplätzen (Angaben in tTR)

RegionalbereichEintrag SPAustrag SPDifferenz
Nord853505349
Süd982821161
Mitte---
West19087103
Summe2.0251.885612
Abbildung 5: Ein- und Austrag von Klärschlämmen auf den Schlammplätzen des RV seit 2003

3.1.3.5 Schlammabgabe an andere Kläranlagen
623 tTR Rohschlamm der Kläranlage Hagen-Boele wurden zur Weiterbehandlung an eine nicht verbandseigene Kläranlage (KA der Papierfabrik Stora Enso Kabel GmbH & Co. KG in Hagen) abgegeben.

3.2 Altschlamm
Altschlamm stammt aus Schlammplätzen, die in den letzten Jahren nicht regelmäßig oder vollständig geleert wurden (Altschlammplätze) sowie aus Deponien.

Deponien sind Abfallentsorgungsanlagen, in denen Abfälle zeitlich unbegrenzt abgelagert werden.

2007 wurde kein Altschlamm aus Altschlammplätzen oder Deponien entnommen.

4 Sandfanggut (19 08 02)

Insgesamt fielen auf den Kläranlagen des Ruhrverbands 3.645 t (2.042 tTR) Sandfanggut (SFG) an. Die Verwertungsquote lag im Jahr 2007 bei 76 Prozent.

Die Entsorgung erfolgte über nachfolgend aufgezeigte Entsorgungswege.

Tabelle 5: Entsorgtes Sandfanggut (SFG) im Jahr 2007

EntsorgungswegSFG in t
Feuchtmasse
SFG in t
Trockenmasse
Anteil des SFG in % der Feuchtmasse
Fremddeponien85547923
Verwertung/Aufbereitung2.7691.55176
sonstige Entsorgung21121
Summe3.6452.042100


Die in der Abbildung 6 dargestellte Mengenentwicklung zeigt einen deutlichen Rückgang der Sandfanggutmengen seit 1998. Einen wesentlichen Beitrag zu dieser Entwicklung leistet der vermehrte Einsatz von Sandwäschern. In den Vorjahren wurden 38 (2004) bis 66 Prozent (2002) der anfallenden Menge noch auf RV-Deponien abgelagert. Die Mengen wurden nicht gewogen, sondern geschätzt. Mit der Entsorgung über Fremdfirmen und der damit verbundenen Verwiegung ergab sich, dass die Sandfangmengen geringer sind als ursprünglich veranschlagt.

Abbildung 6: Sandfanggutentsorgung, Mengen, Entsorgungswege

Mit Bezug auf die Einwohnerwerte EWBSB5 des Jahres 2007 (in Summe 2.071.883 EW) ergibt sich ein spezifischer Sandfanggutanfall von 1,76 kg Feuchtmasse pro Einwohnerwert und Jahr.

5 Rechengut (19 08 01)

Insgesamt fielen auf den Kläranlagen des Ruhrverbands 6.005 t (2.376 tTR) Rechengut (RG) an. Die Entsorgung erfolgte über nachfolgend aufgezeigte Entsorgungswege.

Tabelle 6: Entsorgtes Rechengut (RG)

EntsorgungswegRG in t
Feuchtmasse
RG in t
Trockenmasse
Anteil des SFG in % der Feuchtmasse
Kompostierung2.22286837
Verbrennung3.7701.50563
sonstige Entsorgung133~0
Summe6.0052.376100

Die in der Abbildung 7 dargestellte Mengenentwicklung zeigt einen Rückgang des Rechengutes bis 2003. Einen wesentlichen Beitrag zu dieser Entwicklung leistet der vermehrte Einsatz von Rechengutpressen.

2007 wurde im Vergleich zu 2006 590 t Rechengut weniger entsorgt. 63 Prozent des gesamten Rechengutes wurden verbrannt, 37 Prozent kompostiert.

Abbildung 7: Rechengutentsorgung, Mengen, Entsorgungswege

Mit Bezug auf die Einwohnerwerte EWBSB5 des Jahres 2007 (in Summe 2.071.883 EW) ergibt sich ein spezifischer Rechengutanfall von 2,93 kg Feuchtmasse pro Einwohnerwert und Jahr.

6 Flusssedimente (19 13 02)

2007 wurden keine Sedimente in den Spülfeldern eingelagert.

7 Mäh- und Treibgut (19 09 01)

2007 fielen 1.989 m³ Elodea als Mähgut an. Es fielen 8.855 m³ Treibgut an den Stauseen und 0,6 t Treibgut an den Talsperren an.

Tabelle 7: Angefallenes Mäh- und Treibgut (Elodea)

AnfallstelleElodea-MähgutElodea-Treibgutsonstiges Treibgut
 [m3][m3][t]
Hengsteysee--6.437
Harkortsee--3.200
Kemnader See*1.989--
Baldeneysee---
Kettwiger See*---
Hennetalsperre- -
Sorpetalsperre---
Möhnetalsperre---
Verse-, Ennepe-, Fürwiggetalsperre---
Biggetalsperre--1
Summe1.98909.638

* Kein Treibgutanfall, da Überfallwehre vorhanden sind.

8 Angenommene Abfälle

8.1 Vorbemerkung
Auf den Anlagen des Ruhrverbandes werden verschiedene Abfallstoffe zur Entsorgung angenommen:

 

RV-Abfallbezeichnung

Abfallschlüssel

Fettabscheiderinhalte

02 02 04

Küchen- und Speiseabfälle

20 01 08

Fäkalschlämme, Chemietoiletteninhalte

20 03 04

Wasserwerksschlämme

19 09 02

Eisenbeizen

11 01 05 (vormals)

Kohlenstoff-Quellen (C-Quellen)

07 02 01, 07 07 01, 02 03 03

Asche aus der Klärschlammverbrennung

19 01 12

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