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Abfallbilanz 2006

Abfallbilanz 2006 gemäß § 5c LabfG

1 Einleitung
Die Abfallbilanz beinhaltet Art, Menge und Verbleib der angefallenen und entsorgten Abfälle einschließlich deren Verwertung. Sie muss jährlich für das vorangegangene Jahr erstellt und in geeigneter Weise der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Sie ist auf Verlangen den zuständigen Abfallwirtschaftsbehörden vorzulegen. Soweit Abfälle nicht verwertet werden, ist dieses zu begründen.

Laut § 20 des Kreislaufwirtschaftsgesetzes und dem Abfallgesetz für das Land Nordrhein-Westfalen (§ 5c LAbfG) sind die öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger zur Erstellung von Abfallbilanzen verpflichtet.

Der Ruhrverband ist gemäß § 5 Abs. 8 LAbfG der für die Entsorgung der bei der Abwasserreinigung anfallenden Klärschlämme und sonstigen festen Stoffe zuständige öffentlich-rechtliche Entsorgungsträger und hat somit für diesen Bereich jedes Jahr eine Abfallbilanz zu erstellen. Diese wird hiermit für das Jahr 2007 vorgelegt.

In den Verbandsanlagen (Kläranlagen, Entwässerungsanlagen, Niederschlagswasser-behandlungsanlagen, Pumpwerke und Stauseen) fallen folgende, vom Ruhrverband zu entsorgende Abfallarten an:

AbfallartAbfallschlüssel
Klärschlamm19 08 05
Rechengut19 08 01
Sandfanggut19 08 02
Treibgut, Mähgut19 09 01
Flusssedimente19 13 02

Die Angaben über Art, Menge und Verbleib der angefallenen und entsorgten Abfälle sind in der beiliegenden Abbildung Abfallbilanz 2006 (17 KB) dargestellt (Anlage 1).

Der Hauptanteil der zu entsorgenden Reststoffe fällt bei der Reinigung der den Ruhrverbandskläranlagen zugeleiteten Abwässer von Kommunen und Industrie an. Dazu zählt insbesondere Klärschlamm.

Der überwiegende Teil des Klärschlamms wird durch Faulung stabilisiert. Das dabei entstehende Faulgas wird in großen Teilen für Betriebszwecke, insbesondere das Aufwärmen des Rohschlamms für den Faulprozess, aber auch für die Heizung der Betriebsgebäude und auf den Kläranlagen Arnsberg-Wildshausen, Arnsberg-Neheim, Bestwig-Velmede, Menden-Bösperde, Biggetal, Rahmedetal, Iserlohn-Baarbachtal, Schwerte, Iserlohn-Letmathe, Gevelsberg, Hagen, Hattingen, Bochum-Ölbachtal, KSB Langenbrahm und Duisburg-Kaßlerfeld zur Erzeugung elektrischer Energie bzw. von Druckluft für die Belebungsbecken eingesetzt. Damit wird der unter den jeweiligen anlagenspezifischen Randbedingungen wirtschaftlich nutzbare Energiegehalt der Klärschlämme verwertet.


2 Umrechnungsfaktoren

Die ATV-Arbeitsgruppe 3.11.2 nennt in ihrem Arbeitsbericht (siehe KA 11/96) mittlere Trockenrückstände (TR) für Rechen- und Sandfanggut. Demnach verfügt ungepresstes Rechengut über einen TR von 8 Prozent und entwässertes über einen TR von mindestens 25 Prozent, im Mittel 29 Prozent

Die o. g. Werte gelten für "frisches" Rechengut. Vor der Entsorgung der Stoffe findet auf dem Förderband und im Rechengutcontainer noch eine "natürliche" Schwerkraftentwässerung statt. Daher wurde mit den betrieblichen Erfahrungswerten TR = 20 % für ungepresstes und TR = 40 % für gepresstes Rechengut gerechnet.

Für die vorliegende Bilanz wurde die Feuchtmasse Sandfanggut jeweils mit dem Mittelwert TR = 56 % in Trockenmasse umgerechnet (vgl. ATV-Arbeitsgruppe 3.11.2).

3 Klärschlamm (19 08 05)

3.1 Neuschlamm

Neuschlamm im Sinne dieser Abfallbilanz umfasst Schlamm aus laufendem Betrieb sowie aus regelmäßig betriebenen Schlammplätzen.

3.1.1 Rohschlamm

Insgesamt fielen im Jahre 2006 auf den Ruhrverbandskläranlagen 79.994 tTR Rohschlamm an. 533 tTR Rohschlamm wurden zur Weiterbehandlung an eine nicht verbandseigene Kläranlage abgegeben und 791 tTR Rohschlamm direkt zur Zwischenlagerung auf Schlammplätze verbracht.

Tabelle 1: Rohschlammmengen

HerkunftSchlammMengen im Jahr 2006 vor Stabilisierung*) in tTR
Regionalbereich Nord                                          16.079
Regionalbereich Süd                                          10.855
Regionalbereich Mitte                                          20.782
Regionalbereich West                                          32.278
                                         79.994

 *) einschließlich aerob stabilisierter Schlämme

3.1.2 Stabilisierter Schlamm

74.557 tTR Rohschlamm wurden in Faulbehältern behandelt. Ein großer Teil der organischen Inhaltsstoffe wurde dabei in Faulgas umgewandelt bzw. hydrolysiert. Insgesamt standen 46.155 tTR anaerob und aerob stabilisierter Klärschlamm (einschließlich 791 tTR, die direkt als Rohschlamm auf Schlammplätze verbracht wurden) zur Entsorgung an.

Tabelle 2: Stabilisierte Schlammmengen

Herkunftnach
anaerober
Stabilisierung
in tTR
nach aerober
Stabilisierung*)
in tTR
Annahme von stabilisierten Fremdschlamm in tTRSumme in tTR
Regionalbereich
Nord**)
8.8511.638-10.489
Regionalbereich
Süd
5.4681.400-6.868
Regionalbereich
Mitte
9.851575-10.426
Regionalbereich
West***)
17.827500-18.372
41.9974.1134546.155

 *) einschließlich Schlamm aus Schönungsteichen
**) einschließlich 718 tTR, die als Rohschlamm auf einen Schlammplatz zwischengelagert werden
***) einschließlich 73 tTR, die als Rohschlamm auf einen Schlammplatz zwischengelagert werden

Die Entwicklung der letzten Jahre ist in Abbildung 1 dargestellt.

Die Sprünge in den Neuschlammmengen 2003 bis 2006 kommen u. a. durch Schönungsteichentschlammungen zustande.

Abbildung 1: Klärschlammanfall nach Stabilisierung

Mit Bezug auf die Einwohnerwerte EWBSB5 des Jahres 2006 (in Summe 2.047.773 EW) ergibt sich ein spezifischer Schlammanfall von 22,52 kg TR pro Einwohnerwert und Jahr (2005: 21,36 kg TR/EW/a).

3.1.3 Entsorgungswege des Klärschlammes (19 08 05)

Im Jahr 2006 fielen insgesamt 46.155 tTR stabilisierter Klärschlamm inkl. Fremdschlamm an. Zusätzlich wurden 3.136 tTR aus Schlammplätzen entnommen. Gleichzeitig wurden 2.082 tTR zur Entwässerung auf Schlammplätzen zwischengelagert und es wurden 533 tTR Rohschlamm an eine Fremdkläranlage abgegeben. Somit sind 47.742 tTR Neuschlamm endgültig entsorgt worden.

Abbildung 2 zeigt die Entwicklung der Neuschlammentsorgung seit 1998. Die Verbrennung ist mit 99 Prozent der dominante Entsorgungsweg. Seit dem 31.05.2005 findet keine Deponierung mehr von Klärschlämmen statt, daher wird diesem Entsorgungsweg kein eigenes Kapitel mehr gewidmet.

 

Abbildung 2: Entsorgungswege des Neuschlamms

3.1.3.2 Verbrennung

Insgesamt wurden 47.206 tTR Neuschlamm (44.073 tTR aus dem laufenden Betrieb sowie 3.133 tTR aus regelmäßig betriebenen Schlammplätzen) in Verbrennungsanlagen entsorgt.

Abbildung 3: Thermisch beseitigte Klärschlämme

Die Verbrennung von Neuschlamm hat seit 2001 in erheblichem Umfang zugenommen. Der Klärschlamm wurde in 2006 in vier Anlagen thermisch behandelt, wobei Lippewerk und STEAG nur mit Trockengranulat aus Hattingen beliefert wurden. Der größte Abnehmer ist die WFA Elverlingsen, die 2/3 der RV-Klärschlämme entsorgt.

Tabelle 3: Verteilung des Klärschlamms auf verschiedene Verbrennungsanlagen im Jahr 2006

HerkunftWFAE in tTRSVAB in tTRLippewerk in tTRSteag Herne/Lünen in tTRSumme
Regionalbereich Nord11.710---11.710
Regionalbereich Süd6.945---6.945
Regionalbereich Mitte8.6601.766--10.426
Regionalbereich West4.08412.1513121.57818.125
31.33913.9173121.57847.206

 

3.1.3.3 Trocknung Hattingen

Insgesamt wurden 2.461 tTR Neuschlamm (2.355 tTR aus dem laufenden Betrieb sowie 106 tTR aus regelmäßig betriebenen Schlammplätzen) zur Trocknung in Hattingen angeliefert und anschließend verbrannt.

Abbildung 4: Annahme von Klärschlämmen in der Klärschlammtrocknung Hattingen

3.1.3.4 Zwischenlagerung in Schlammplätzen

Insgesamt wurden 2.082 tTR Neuschlamm in Schlammplätzen zur Entwässerung zwischengelagert und 3.136 tTR aus Vorjahren, die in Schlammplätzen zwischengelagert waren, endgültig entsorgt. Der Bestand in den Schlammplätzen hat sich damit in 2006 um 1.054 tTR vermindert.

Tabelle 4: Zwischenlagerung von Neuschlamm auf Schlammplätzen

HerkunftEintrag SP in tTRAustrag SP in tTRDifferenz in tTR
Regionalbereich Nord6741.898-1.224
Regionalbereich Süd1.0551.132-77
Regionalbereich Mitte---
Regionalbereich West353106247
Summe2.0823.136-1.054
Abbildung 5: Ein- und Austrag von Klärschlämmen auf den Schlammplätzen des RV

3.1.3.5 Schlammabgabe an andere Kläranlagen

533 tTR Rohschlamm der Kläranlage Hagen-Boele wurden zur Weiterbehandlung an eine nicht verbandseigene Kläranlage (KA der Papierfabrik Stora Enso Kabel GmbH & Co. KG in Hagen) abgegeben.

3.1.3.6 Landwirtschaftliche Verwertung

Im Jahr 2006 wurden insgesamt 3,2 tTR Neuschlamm aus regelmäßig betriebenen Schlammplätzen landwirtschaftlich verwertet.

Der landwirtschaftlichen Verwertung des Klärschlamms sind durch den Mangel an nahegelegenen geeigneten landwirtschaftlichen Flächen, besonders im Ballungsraum der Ruhrgroßstädte, aber auch in den Hochlagen des Sauerlandes, Grenzen gesetzt. Hinzu kommt, dass sich ein Teil der Klärschlämme wegen ihres Gehalts an Schadstoffen aus gewerblichen Abwässern nicht für die Verwertung in der Landwirtschaft eignet. Diese Schlämme können in der Regel auch nicht bei Rekultivierungsmaßnahmen verwendet werden, da dort in etwa die gleichen Qualitätsmaßstäbe angelegt werden. Der RV hat sich bereits in den 1990er-Jahren aus strategischen Gründen für eine weitergehende Verbrennung seiner Klärschlämme entschieden.

In Abbildung 5 ist eine deutliche Abnahme der landwirtschaftlichen Verwertung seit 1999 zu erkennen.

 

Abbildung 6: Landwirtschaftliche Verwertung von Klärschlämmen von 1998 bis 2006

3.2 Altschlamm

Altschlamm stammt aus Schlammplätzen, die in den letzten Jahren nicht regelmäßig oder vollständig geleert wurden (Altschlammplätze) sowie aus Deponien. Deponien sind Abfallentsorgungsanlagen, in denen Abfälle zeitlich unbegrenzt abgelagert werden.

3.2.1 Altschlammmengen

Im Jahr 2006 sind 107 tTR Altschlamm aus dem Schlammplatz Menden-Wälkesberg entnommen und in der WFA E und 93 tTR Altschlamm aus dem Schlammplatz Galp entnommen und in der SVA B verbrannt worden.

4 Sandfanggut (19 08 02)

Insgesamt fielen auf den Kläranlagen des Ruhrverbands 3.875 t (2.170 tTR) Sandfanggut (SFG) an. Die Verwertungsquote lag im Jahr 2006 bei 74 Prozent.

Die Entsorgung erfolgte über nachfolgend aufgezeigte Entsorgungswege.

Tabelle 5: Entsorgtes Sandfanggut (S

EntsorgungswegSFG in t FeuchtmasseSFG in tTRAnteil des SFG in % der Feuchtmasse
Fremddeponien97054325
Verwertung/Aufbereitung2.8631.60474
sonstige Entsorgung42231
Summe3.8752.170100

 

Die in der Abbildung 7 dargestellte Mengenentwicklung zeigt einen deutlichen Rückgang der Sandfanggutmengen von 1998 bis 2004. Einen wesentlichen Beitrag zu dieser Entwicklung leistet der vermehrte Einsatz von Sandwäschern. In den Vorjahren wurden 38 (2004) bis 66 Prozent (2002) der anfallenden Menge noch auf RV-Deponien abgelagert. Die Mengen wurden nicht gewogen, sondern geschätzt. Mit der Entsorgung über Fremdfirmen und der damit verbundenen Verwiegung ergab sich, dass die Sandfangmengen geringer sind als ursprünglich veranschlagt.

Abbildung 7: Sandfanggutentsorgung, Mengen, Entsorgungswege

Mit Bezug auf die Einwohnerwerte EWBSB5 des Jahres 2006 (in Summe 2.047.773 EW) ergibt sich ein spezifischer Sandfanggutanfall von 1,89 kg Feuchtmasse pro Einwohnerwert und Jahr.


5 Rechengut (19 08 01)

Insgesamt fielen auf den Kläranlagen des Ruhrverbands 6.595 t (2.610 tTR) Rechengut (RG) an. Die Entsorgung erfolgte über nachfolgend aufgezeigte Entsorgungswege.

Tabelle 6: Entsorgtes Rechengut (RG)

EntsorgungswegRG in t FeuchtmasseRG in tTRAnteil des SFG in % der Feuchtmasse
Kompostierung2.9931.17845
Verbrennung3.5651.42454
sonstige Entsorgung3771
Summe6.5952.609100

Die in der Abbildung 8 dargestellte Mengenentwicklung zeigt einen Rückgang des Rechengutes bis 2003. Einen wesentlichen Beitrag zu dieser Entwicklung leistet der vermehrte Einsatz von Rechengutpressen.

Im Jahr 2006 wurde im Vergleich zu 2005 647 t Rechengut mehr entsorgt. Allein die Kläranlage Duisburg-Kaßlerfeld hat durch den Einbau einer Siebtrommel vor der Sandwäsche einen Mehranfall von 598 t Rechengut zu verzeichnen. 54 Prozent des gesamten Rechengutes wurden verbrannt, 45 Prozent kompostiert.

Abbildung 8: Rechengutentsorgung, Mengen, Entsorgungswege

Mit Bezug auf die Einwohnerwerte EWBSB5 des Jahres 2006 (in Summe 2.047.773 EW) ergibt sich ein spezifischer Rechengutanfall von 3,22 kg Feuchtmasse pro Einwohnerwert und Jahr.

6 Flusssedimente (19 13 02)

Im Jahr 2006 wurden keine Sedimente in den Spülfeldern eingelagert.

7 Mäh- und Treibgut (19 09 01)

2006 fiel keine Elodea als Mäh- und Treibgut an. Es fielen 5.990 m³ Treibgut an den Stauseen und 1,6 t Treibgut an den Talsperren an.

Tabelle 7: Angefallenes Mäh- und Treibgut (Elodea)

AnfallstelleElodea-MähgutElodea Treibgutsonstiges Treibgut
      Name     [m³]     [m³]     [t]
Hengsteysee--3.868
Harkortsee--2.112
Biggetalsperre--1,6
Summe--5.991,6

 

 

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