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Abfallbilanz 2005

Abfallbilanz 2005 gemäß § 5c LabfG

Die Abfallbilanz beinhaltet Art, Menge und Verbleib der angefallenen und entsorgten Abfälle einschließlich deren Verwertung. Sie muss jährlich für das vorangegangene Jahr erstellt und in geeigneter Weise der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Sie ist auf Verlangen den zuständigen Abfallwirtschaftsbehörden vorzulegen. Soweit Abfälle nicht verwertet werden, ist dieses zu begründen.

Laut § 20 des Kreislaufwirtschaftsgesetzes und dem Abfallgesetz für das Land Nordrhein-Westfalen (§ 5c LAbfG) sind die öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger zur Erstellung von Abfallbilanzen verpflichtet.

Der Ruhrverband ist gemäß § 5 Abs. 8 LAbfG der für die Entsorgung der bei der Abwasserreinigung anfallenden Klärschlämme und sonstigen festen Stoffe zuständige öffentlich-rechtliche Entsorgungsträger und hat somit für diesen Bereich jedes Jahr eine Abfallbilanz zu erstellen. Diese wird hiermit für das Jahr 2005 vorgelegt.

In den Verbandsanlagen (Kläranlagen, Entwässerungsanlagen, Niederschlagswasserbehandlungsanlagen, Pumpwerke und Stauseen) fallen folgende, vom Ruhrverband zu entsorgende Abfallarten an:

AbfallartAbfallschlüssel
Klärschlamm19 08 05
Rechengut19 08 01
Sandfanggut19 08 02
Treibgut, Mähgut19 09 01
Flusssedimente19 13 02


Die Angaben über Art, Menge und Verbleib der angefallenen und entsorgten Abfälle sind in der beiliegenden Abbildung Abfallbilanz 2005 (19 KB) dargestellt (Anlage 1).

Der Hauptanteil der zu entsorgenden Reststoffe fällt bei der Reinigung der den Ruhrverbandskläranlagen zugeleiteten Abwässer von Kommunen und Industrie an. Dazu zählt insbesondere Klärschlamm.

Der überwiegende Teil des Klärschlamms wird durch Faulung stabilisiert. Das dabei entstehende Faulgas wird in großen Teilen für Betriebszwecke, insbesondere das Aufwärmen des Rohschlamms für den Faulprozess, aber auch für die Heizung der Betriebsgebäude und auf den Kläranlagen Arnsberg-Wildshausen, Arnsberg-Neheim, Iserlohn-Letmathe, Schwerte, Iserlohn-Baarbachtal, Gevelsberg, Hagen, Hattingen, Bochum-Ölbachtal, KSB Langenbrahm und Duisburg-Kaßlerfeld zur Erzeugung elektrischer Energie bzw. von Druckluft für die Belebungsbecken eingesetzt. Damit wird der unter den jeweiligen anlagenspezifischen Randbedingungen wirtschaftlich nutzbare Energiegehalt der Klärschlämme verwertet.

Umrechnungsfaktoren

Die ATV-Arbeitsgruppe 3.11.2 nennt in ihrem Arbeitsbericht (siehe KA 11/96) mittlere Trockenrückstände (TR) für Rechen- und Sandfanggut. Demnach verfügt ungepresstes Rechengut über einen TR von 8 Prozent und entwässertes über einen TR von mindestens 25 Prozent, im Mittel 29 Prozent.

Die o. g. Werte gelten für "frisches" Rechengut. Vor der Entsorgung der Stoffe findet auf dem Förderband und im Rechengutcontainer noch eine "natürliche" Schwerkraftentwässerung statt. Daher wurde mit den betrieblichen Erfahrungswerten TR = 20 % für ungepresstes und TR = 40 % für gepresstes Rechengut gerechnet.

Für die vorliegende Bilanz wurde die Feuchtmasse Sandfanggut jeweils mit dem Mittelwert TR = 56 % in Trockenmasse umgerechnet (vgl. ATV-Arbeitsgruppe 3.11.2).


Klärschlamm (19 08 05)

Neuschlamm
Neuschlamm im Sinne dieser Abfallbilanz umfasst Schlamm aus laufendem Betrieb sowie aus regelmäßig betriebenen Schlammplätzen.

Rohschlamm
Insgesamt fielen im Jahre 2005 auf den Ruhrverbandskläranlagen 76.373 tTR Rohschlamm an. Davon wurden 588 tTR zur Weiterbehandlung an eine nicht verbandseigene Kläranlage abgegeben und 577 tTR direkt zur Zwischenlagerung auf Schlammplätze verbracht.


Tabelle 1: Rohschlammmengen

HerkunftSchlammmengen im Jahr 2005 vor Stabilisierung*) in tTR
Regionalbereich Nord                          16.444

Regionalbereich Süd

                          9.768
Regionalbereich Mitte                          19.722
Regionalbereich West                          30.421
                          76.373

*) einschließlich aerob stabilisierter Schlämme

Stabilisierter Schlamm
71.581 tTR Rohschlamm wurden in Faulbehältern behandelt. Ein großer Teil der organischen Inhaltsstoffe wurde dabei in Faulgas umgewandelt bzw. hydrolysiert. Die Feststoffabnahme durch anaerobe Stabilisierung betrug ca. 44 Prozent. Insgesamt standen 44.304 tTR anaerob und aerob stabilisierter Klärschlamm (einschließlich 577 tTR, die direkt als Rohschlamm auf einen Schlammplatz verbracht wurden) zur Entsorgung an.

Tabelle 2: Stabilisierte Schlammmengen

Herkunftnach anaerober Stabilisierung in tTRnach aerober Stabilisierung*) in tTRSumme in tTR
Regionalbereich Nord**)8.1191.5419.660
Regionalbereich Süd5.0991.2326.331
Regionalbereich Mitte9.1461389.284
Regionalbereich West18.31371619.029
40.677
3.627
44.304


*) einschließlich Schlamm aus Schönungsteichen
**) einschließlich 577 tTR, die als Rohschlamm auf einen Schlammplatz zwischengelagert werden

Die Entwicklung der letzten Jahre ist in Abbildung 1 dargestellt.

Abbildung 1: Klärschlammanfall nach Stabilisierung

Mit Bezug auf die Einwohnerwerte EWBSB5 des Jahres 2005 (in Summe 2.074.274 EW) ergibt sich ein spezifischer Schlammanfall von 21,36 kg TR pro Einwohnerwert und Jahr.

Schlamm aus Vorjahren

Tabelle 3: Neuschlamm aus regelmäßig bewirtschafteten Schlammplätzen

HerkunftNeuschlamm aus regelmäßig bewirtschafteten in tTR
Regionalbereich Nord                        2.316
Regionalbereich Süd                        1.112
Regionalbereich Mitte                        -
Regionalbereich West                        656
                        4.084


Entsorgungswege des Klärschlammes (19 08 05)

Übersicht
Im Jahr 2005 fielen insgesamt 44.304 tTR stabilisierter Klärschlamm an. Zusätzlich wurden 4.084 tTR aus Schlammplätzen entnommen. Gleichzeitig wurden 2.591 tTR zur Entwässerung auf Schlammplätzen zwischengelagert und es wurden 588 tTR Rohschlamm an eine Fremdkläranlage abgegeben. Somit sind 46.385 tTR Neuschlamm endgültig entsorgt worden. Abbildung 2 zeigt die Entwicklung der Neuschlammentsorgung seit 1998. Die Verbrennung ist mit 93 Prozent der dominante Entsorgungsweg.

Abbildung 2: Entsorgungswege des Neuschlamms

In der Anlage 2 sind die Entsorgungswege des stabilisierten Klärschlammes für das Jahr 2005 je Regionalbereich dargestellt. Der Übersichtlichkeit halber sind nur die Entsorgungswege des Neuschlammes aus dem laufenden Betrieb abgebildet. Ferner wurden die Rohschlammwege von kleineren zu den mitbehandelnden größeren Kläranlagen außer Acht gelassen.

Schlammabgabe an andere Kläranlagen

588 tTR Rohschlamm der Kläranlage Hagen-Boele wurden zur Weiterbehandlung an eine nicht verbandseigene Kläranlage (KA der Papierfabrik Stora Enso Kabel GmbH & Co. KG in Hagen) abgegeben.

Tabelle 4: Zwischenlagerung von Neuschlamm auf Schlammplätzen

HerkunftLagerung auf SP in tTR
Regionalbereich Nord710
Regionalbereich Süd1.502
Regionalbereich Mitte177
Regionalbereich West202
Summe2.591


Ablagerung auf RV-Deponien
Insgesamt wurden 2.285 tTR Neuschlamm auf Deponien verbracht, davon 1.805 tTR aus dem laufenden Betrieb auf eigene Monodeponien (siehe Anlage 3). Die restlichen 480 tTR kamen aus regelmäßig betriebenen Schlammplätzen und wurden auf Fremddeponien verbracht. Die abgelagerte Menge ist im Vergleich zu 2004, trotz der Beendigung der Deponierung zum 31.05.05, leicht erhöht, da Trockengranulat aus dem laufenden Betrieb der Trocknung Hattingen als Konditionierungsmittel für Altschlamm eingesetzt und mitabgelagert wurde. Ohne die Mengen aus Hattingen sind in 2005 nur noch 643 tTR Neuschlamm aus dem laufenden Betrieb abgelagert worden.

Abbildung 3: Auf RV-Deponien abgelagerte Klärschlämme

Verbrennung
Insgesamt wurden 42.551 tTR Neuschlamm (39.482 tTR aus dem laufenden Betrieb sowie 3.069 tTR aus regelmäßig betriebenen Schlammplätzen) in Verbrennungsanlagen entsorgt.

Abbildung 4: Thermisch beseitigte Klärschlämme

Aus Abbildung 4 ist zu erkennen, dass die Verbrennung von Neuschlamm seit 2001 in erheblichem Umfang zugenommen hat.

Tabelle 5: Verteilung des Klärschlamms auf verschiedene Verbrennungsanlagen in 2005

HerkunftWFAE in tTRSVAB in tTRLippewerk in tTRSteag Herne/Lünen in tTRSumme
Regionalbereich Nord8.4871.432--9.919
Regionalbereich Süd5.573368--5.941
Regionalbereich Mitte7.071,41.864--8.936
Regionalbereich West7.2748.1391.3031.03917.755
28.405,411.803,61.3031.03942.551


Landwirtschaftliche Verwertung

In 2005 wurden insgesamt 547 tTR Neuschlamm landwirtschaftlich verwertet (351 tTR aus dem laufenden Betrieb sowie 196 tTR aus regelmäßig betriebenen Schlammplätzen). 144 tTR sind im Lagerbestand eines Fremdverwerters und noch nicht entsorgt worden.

Der landwirtschaftlichen Verwertung des Klärschlamms sind durch den Mangel an nahegelegenen geeigneten landwirtschaftlichen Flächen, besonders im Ballungsraum der Ruhrgroßstädte, aber auch in den Hochlagen des Sauerlandes, Grenzen gesetzt. Hinzu kommt, dass sich ein Teil der Klärschlämme wegen ihres Gehalts an Schadstoffen aus gewerblichen Abwässern nicht für die Verwertung in der Landwirtschaft eignet. Diese Schlämme können in der Regel auch nicht bei Rekultivierungsmaßnahmen verwendet werden, da dort in etwa die gleichen Qualitätsmaßstäbe angelegt werden.

In Abbildung 5 ist eine deutliche Abnahme der landwirtschaftlichen Verwertung seit 1999 zu erkennen.

Abbildung 5: Landwirtschaftliche Verwertung von Klärschlämmen von 1998 bis 2005

Trocknung Hattingen
Insgesamt wurden 3.983 tTR Neuschlamm (3.424 tTR aus dem laufenden Betrieb sowie 559 tTR aus regelmäßig betriebenen Schlammplätzen) zur Trocknung in Hattingen angeliefert. Von den 3.983 tTR, die getrocknet wurden, gingen 2.757 tTR in die Verbrennung, 1.157 tTR als Konditionierungsmittel zu anderen Kläranlagen, 24 tTR wurden deponiert und 45 tTR wurden zu Versuchszwecken eingesetz

Abbildung 6: Annahme von Klärschlämmen in der Klärschlammtrocknung Hattingen

Altschlamm
Altschlamm stammt aus Schlammplätzen, die in den letzten Jahren nicht regelmäßig oder vollständig geleert wurden (Altschlammplätze), sowie aus Deponien.

Deponien sind Abfallentsorgungsanlagen, in denen Abfälle zeitlich unbegrenzt abgelagert werden.

Altschlammmengen
Im Jahr 2005 sind insgesamt rund 255.321 t Altschlamm aus Altschlammplätzen und Deponien entnommen worden.

Tabelle 6: Altschlamm aus Altschlammplätzen und Deponien

HerkunftAltschlamm aus Altschlammplätzen und Deponien in t Feuchtmasse
Regionalbereich Nord                               195.267
Regionalbereich Süd                               -
Regionalbereich Mitte                               24.105
Regionalbereich West                               35.949
Summe                               255.321


Entsorgungswege
Inklusive der Konditionierungsmittel, die den abgelagerten Altschlämmen zugegeben wurden, wurden 344.663 t Altschlämme entsorgt (s. a. Anlage 3). 92 Prozent davon wurden auf der RV-eigenen Deponie Raffelberg abgelagert (vgl. Tabelle 7).

Tabelle 7: Entsorgter Altschlamm im Jahr 2005

HerkunftRV-Deponie* (Deponie Raffelberg) in tFremddeponie* in tVerbrennung (WFAE) in tSumme in t
Regionalbereich Nord226.94622.5005.636255.083
Regionalbereich Süd----
Regionalbereich Mitte45.096--45.096
Regionalbereich West44.484--44.484
316.52622.5005.636344.663

*Ablagerungsmasse inkl. Konditionierungsmittel

Sandfanggut (19 08 02)

Insgesamt fielen auf den Kläranlagen des Ruhrverbands 4.162 t (2.331 tTR) Sandfanggut (SFG) an. Die Verwertungsquote lag im Jahr 2005 bei 65,7 Prozent.

Die Entsorgung erfolgte über nachfolgend aufgezeigte Entsorgungswege. Die Aufteilung des Sandfanggutes auf die einzelnen RV-Deponien findet sich in der Anlage 5.

Tabelle 8: Entsorgtes Sandfanggut (SF)

SFG in t FeuchtmasseSFG in tTRAnteil des SFG in % der Feuchtmasse
RV-Deponien45525510,93
Fremddeponien88849721,34
Verwertung/Aufbereitung2.7351.53265,7
sonstige Entsorgung84472,03
Summe4.1622.331100


Die in der Abbildung 7 dargestellte Mengenentwicklung zeigt einen deutlichen Rückgang der Sandfanggutmengen von 1998 bis 2004. Einen wesentlichen Beitrag zu dieser Entwicklung leistet der vermehrte Einsatz von Sandwäschern. In den Vorjahren wurden 38 Prozent (2004) bis 66 Prozent (2002) der anfallenden Menge noch auf RV-Deponien abgelagert. Die Mengen wurden nicht gewogen, sondern geschätzt. Mit der Entsorgung über Fremdfirmen und der damit verbundenen Verwiegung ergab sich, dass die Sandfangmengen geringer sind als ursprünglich veranschlagt.

Abbildung 7: Sandfanggutentsorgung, Mengen, Entsorgungswege

Mit Bezug auf die Einwohnerwerte EWBSB5 des Jahres 2005 (in Summe 2.074.274 EW) ergibt sich ein spezifischer Sandfanggutanfall von 2,01 kg Feuchtmasse pro Einwohnerwert und Jahr.

Rechengut (19 08 01)

Insgesamt fielen auf den Kläranlagen des Ruhrverbands 5.948 t (2.362 tTR) Rechengut (RG) an. Die Entsorgung erfolgte über nachfolgend aufgezeigte Entsorgungswege.

Tabelle 9: Entsorgtes Rechengut (RG)

RG in t FeuchtmasseRG in tTRAnteil des RG in % der Feuchtmasse
Kompostierung1.01640417,08
Verbrennung4.2801.70771,96
Fremddeponien61024310,26
sonstige Entsorgung41,78,30,70
Summe5.947,72.362,3100


Die in der Abbildung 8 dargestellte Mengenentwicklung zeigt insgesamt einen Rückgang der Rechengutrückstände bis 2003. Einen wesentlichen Beitrag zu dieser Entwicklung leistet der vermehrte Einsatz von Rechengutpressen.

Abbildung 8: Rechengutentsorgung, Mengen, Entsorgungswege

Mit Bezug auf die Einwohnerwerte EWBSB5 des Jahres 2005 (in Summe 2.074.274 EW) ergibt sich ein spezifischer Rechengutanfall von 2,87 kg Feuchtmasse pro Einwohnerwert und Jahr.

Flusssedimente (19 13 02)

In 2005 wurden keine Sedimente in den Spülfeldern eingelagert.

Mäh- und Treibgut (19 09 01)

Insgesamt fielen an den Stauseen 16.948 m³ Elodea als Mäh- und Treibgut an. Weiterhin fielen 4.145 m³ Treibgut an den Stauseen und 53 t Treibgut an den Talsperren an.

Tabelle 10: Angefallenes Mäh- und Treibgut (Elodea)

AnfallstelleElodea MähgutElodea Treibgutsonstiges TreibgutEntsorgungsweg
Name[m³][m³]
Hengstysee7004.4682.005 m³Kompostierung
Harkortsee1.4605.9002.140 m³Kompostierung
Kemnader See*4.420--Kompostierung
Baldeneysee--15 tDeponierung
Kettwiger See*---
Hennetalsperre---
Sorpetalsperre---
Möhntalsperre--1 tDeponierung
Verse-, Ennepe-, Fürwigtalsperre---
Biggetalsperre--36,7 tDeponierung
Summe6.58010.368

*Kein Treibgut angefallen, da Überfallwehre vorhanden sind.

 

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